100welcher die Einwohner wüllene Lacken zu machen und solches zufärben, beschäftiget sindt. Sonsten ist nichts merckwürdiges zuberühren. Mulheim am Rhein trachtet zwar einigen Handel zutreiben, wegen der nah dabey gelegenen Stadt Cöln aber kannsolcher Ort damit nicht wohl fortkommen; der Orth ist ganzoffen, bestehet darneben beynah nur aus einer langen Straßen.Von den übrigen Freyheiten ist nichts zu melden, weshalbenan stadt solcher von denen im Landt merckwürdigen Schlössern,die noch in einem guten Standt sindt, etwas anführen will, undzwarvon dem Schloß Benrath.Dieses Schloß ist in einem guten Standt und liegt in einerfeinen Ebne, sintemahl es gar nah am Rhein gelegen, und weilenes auch nur zwey gute Stundt von der Churfürstlichen ResidenzDüsseldorf entfernet ist, wird solches von dem jeztregierendenChurfürsten, absonderlich wann die Jagtzeiten ankommen, dannund wann bewohnt, es ist seine Ordonanz belangendt nicht übelgebauet und fast auf die Art eines ansehnlichen Jagthauses ein-gerichtet, darneben mit vielen Altanen versehen, hat einen großenHof, ansehnlichen Garten, schöne Teich oder Gräben und laufetvon demselben eine schöne Allee oder Spaziergang nach einerdaselbst gebaueten kleinen Capellen, die eine ¼ Stund davonabgelegen, und wornach die Catholischen alle Jahr von Düsseldorfdurch gemeltes Schloß ihre Wallfahrt verrichten.Von dem Schloß Bensberg.An diesem Ort war vor einigen Jahren nur ein altesJagthauß, welches auch noch vorhanden und in der Abzeichnungdes Prospects mit angedeutet ist. Nachgehends hat der Durch-lauchtigste Churfürst Johann Wilhelm ein ganz neues ansehnlichesSchloß (welches in beygefügtem verzeichneten Prospect gleichfals zusehen) daselbst lassen aufrichten. Dieses neue Schloß ist 1706 an-gefangen worden und nunmehro fast ganz ausgemacht. Die Situationgedachten Schlosses, oder vielmehr der Prospect desselben, istungemein schön, sintemahl mann von dar bis nacher Cöln, janoch weit über Cöln in das Cölnische Landt weit weg sehen kann,dann es liegt so hoch, daß man über alle herumbliegende Waldungen(deren es viel da herumb hat) mit einem ungehinderten Gesicht
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Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
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