94Von der Stadt Wupperfürth.Dieses ist kein der schlechtesten Oerter einer, und lieget einer-seits an dem Berg, an der andern Seiten fließet die Wupper hartdaran hin, der Handel, so daselbst von den Einwohnern geschiehet,ist gering, sie nehren sich aber meistens von Feldgütern, sintemahldie Länderei, so zur Bürgerschaft gehöret, weitläufig und nichtwenig, sonsten könte auch die Stadt, weilen sie keine andereNahrung hat, schwerlich bestehen. Sie sind alle gar (ausgenommenetliche wenige, die außerhalb Landes in dem Märckischen ihrExercitium religionis haben) der Catholischen Religion beigethan.Die Stadt ist nur mit einer gemeinen Mauer umgeben, und dasKloster, welches auf dem Berg lieget, von Franciscanern besezt.Das Stadtregiment belangend, ist ebenso eingericht, wie bei andernStädten, daß sie alle Jahr einen Bürgemeister und Richter er-wehlen, und unter keines Beamten Befehl stehen.Von der Stadt Ratingen.Obgleich dieser Orth dem vorigen nicht viel ungleich, so ister doch mit einer bessern Mauer versehen, und seine Nahrungbestehet meistens, gleich des vorigen, im Feldbau, dieweilen dieSituation zu Handel und Wandel ganz unbequehm, auch keinWasser oder Fluß sich dabei findet, welchen die Bürger in solchemFall nuzzen könten. Darneben liegt die Stadt vom Rhein etlicheStunden ab, dessen sie sich dann der uhrsach auch nicht bedienenkann. Die Einwohner bestehen aus allen 3 Religionen, dandaselbst das Exercitium von allen anzutreffen. Diese Stadtrühmet sich unter allen im Bergischen Lande die älteste zu sein.Ihre Regierung ist wie bei den vorigen Städten gemeldet worden,und derselben Prospect ist hierbei gefügt zu sehen.Von der Stadt Rath vorm Waldt.Dieses ist ein sehr kleines Städtgen, und siehet mann vondemselben allenthalben nichts als den bloßen Thurm, weilen diehohe Bäum, so auswendig um die Stadtmauer stehen, solchesverdecken, wie aus desselben Abzeichnung zu sehen. Dieser Ortist im Jahr 1571 den 7. Juni ganz abgebrandt und wurde zualten Zeiten*) vor fest gehalten, sintemahl solches Städtgen mitschönen Mauern und Thürmen wohl versehen war, nachdem aberdie Thürm und Blockhäuser Anno 1646 von dem Hessischen*) Zu alten Zeit Ms.
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Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
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