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Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
Entstehung
Seite
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85Weiter davon zu reden wäre überflüssig und viele Worte zumachen, was eigentlich eine Topographie heiße, wäre unnöthig,sintemahl der Leser bey Betrachtung dieses Werks es selbsten wohlsehen wird, was solche seye, oder bemercke; ehe ich aber diese Redeschliese, will ich den Leser noch folgendes nöthige zu berichtennicht unterlassen, nemlich: daß die Methode, welcher ich mich beydieser Arbeit bedienet, weit accurater seye, als diejenige, welchebey der Topographie des Königreichs Engelland damahls gebrauchtworden, dieweilen der Author derselben sich eines laufenden Radtsdabey bedienet, womit er die Distanzen der Oerter abgemessen,daher die meisten derselben nothwendig länger sindt, als sie vonrechtswegen seyn solten, indem das Radt einen Weeg, welcher baldtlincks, baldt rechts, baldt bergauf, baldt bergab gehet, laufen müssen.Meine Distanzen aber sindt meistentheils der schnur= und horizon-talen Linie nach, nemlich von einem Berg zum andern zu, genommen,dann ich mich nicht nur des Compasses allein (gleich obgemelterAuthor) sondern auch der Geometrie zugleich bedienet habe, unddurch welcher beyder Hülf dieses Werck glücklich vollbracht worden.Und weilen einige hierdurch auf die Gedancken könten gerathen,meine Methode, ob sie gleich accurater, wäre sie doch, weilen siemit der Geometrie verknüpft, desto langweiliger und erförderedestomehr Zeit, denen will ich das Gegentheil mit wenigen Wortenbeweisen, nemlich daß es nach meiner Art und Weiße (eine Chartezu machen) viel geschwinder von Statten gehe, als nach dergebrauchten Englischen: sintemahl, wie schon gedacht, der Authoralle Distantzen mit dem Radt messen müssen, ich hingegen habedie meisten Weiten aus einem einigen Standt mit großer Ge-schwindigkeit können erfahren und habe daher nicht bedorfft, aufdie Leute, welche mit einer Kette oder Radt dahin pflegen geschicktzu werden, lange zu warten, sondern bin sambt den Leuten sobaldtmeines Wegs weiter gangen; dieses wird einigen (welche voronmöglich halten eine Distanz aus einem Standt zu messen) sehrfrembdt vorkommen, ich sage aber, daß ich solches bey dieserArbeit öffters practiciret habe, und dabey die Sache auch wohlvon Statten gegangen ist.Die Stunden und Meilen anlangendt, so habe ich keinegrose Stunden gebraucht, sondern solche, welche ein Mensch, sondergroße Mühe zu thun, gehen kan, daher rechne ich auf eine StundtWegs nur 11 000 Rheinländische Fuß, ich weiß zwar wohl, daß