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Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
Entstehung
Seite
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83reichen der Welt bedienet und ohne dieselben ihre Reißen, wederzu Wasser noch zu Landt, nicht anzustellen pflegen. Was voreine Wissenschafft diejenige seye, die da könne die Gestalt einesgroßen Landes vorstellen, welche doch Niemandt jemahls gesehenhat, noch sehen kann, verwundern sich diejenige, welche der mathe-matischen Künsten unerfahren sindt, sintemahl es ja sehr wunder-bahrlich lautet, etwas abzuzeichnen und die Gestalt desselben vor-zuſtellen, daß mann doch niemahls geſehen hat, oder ſehen kann,als wer ist jemahls so hoch gestanden, daß er ganz Europamübersehen und die Figur davon uns mittheilen könne? Niemandt,und dennoch kann mann durch Kunst und Wissenschafft dessenGestalt wissen und solche aufm Papier wahrhaftig vorstellen.Wie emsig suchen die Liebhaber der Antiquiteten in allen altenScribenten dasjenige zusammen, welches ihnen eine besondereNachricht mittheilen kann, von der Situation einiger alten Oerter,zum Exempel in dem gelobten Landt Canaan gelegen, weilendavon keine gewisse Charte vorhanden, die solcher Dinge uns ver-gewissern könte. So nun damahls diese Kunst in denselben Ortenwäre bekandt gewesen, oder vielmehr geübt worden, als solchesLandt noch florirete und durch Hülf derselben eine Special-Charteverfertiget worden wäre, die uns nemlich heut zu Tag allesdeutlich vorstellete, würde nicht, sage ich, solche uns über alleandere Antiquiteten sehr angenehm seyn? und von uns in großerAchtung bleiben? Ja würden wir nicht durch die Hülfe solcherCharten können deutlich sagen, hier und da war dieser oder jenerOrth gelegen, welcher durch Kriege und Verwüstung so ruiniretworden, daß keine Rudera mehr vorhanden und dessen Plaz durchdie Länge der Zeit auch selbsten vergessen ist, wo solcher nemlichgestanden hat.Kann aber die Geographie, welche ein Landt nur generaliterverzeichnet und vorstellet, solchen Nuzzen denen Menschen dar-reichen, was wird dann, sage ich, ihre Tochter die Topographie,die alles specialiter und aufs genaueste mit denen nöthigstenKleinigkeiten beschreibet, können zu wegebringen?Solches etwas weiter zu erläutern, frage ich, ob es nichtweißlich gethan, daß ein groser Herr sich nach solchen Bedientenumbsehe, welche vor andern aller Gelegenheiten ihrer Güter einegenaue Nachricht haben? und pfleget nicht öffters einem Herrendaraus Schade zugeschehen, wenn er einen Bedienten oder Beamten6*