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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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8. Kriege der Türken (161'S1699). 301

Fürsten Galitzin, und in der Offensive in Volliynien und Galizien,welche Länder sie furchtbar verheerten und ausplünderten.

Aber dem neuen Grossvezier Mustapha Köprili gelang es inden Jahren 16901691, wieder Ordnung in die inneren Angelegenheitender Türkei zu bringen und ihre Waffenerfolge nach aussen zu heben.Im Jahre 1690 vertrieb er die Oesterreicher aus Serbien und Siebenbür-gen, entriss ihnen Belgrad und schickte sich 1691 schon an, in Ungarneinzubrechen, als Sultan Suleiman starb (23. Juni 1691) und ihm seinschwachsinniger Bruder Achmed folgte.

§.53.Kriege unter Achmed II (16911694).

Wegen der Unfähigkeit Achmed's II führte der GrossvezierMustapha Köprili die Kegierung des Reiches weiter, aber, zumUnglück für die Türkei, nur zwei Monate lang; am 19. August 1691fiel er in der den Oesterreichern gelieferten Schlacht von Salankemen inUngarn, nachdem er kurz vorher die ungarische Grenze überschrittenhatte. Unter den auf ihn folgenden Grossvezieren hatten die Kriegsopera-tionen der Türken in Ungarn keine weiteren, für sie bedeutenden Resul-tate. Im Gegentheil fuhren die Oesterreicher fort Erfolge zu erringen,die Venetianer aber dehnten ihre Eroberungen in Morea immer weiteraus, und die Polen besiegten 1694 die Türken am Dnjestr. Bei demheftigen Kampfe mit Oesterreich konnte die Türkei nicht allein nichtsEntscheidendes gegen Polen vornehmen, sondern verlangte sogar nachFrieden. Sobieski jedoch wollte bis zu seinem am 17. Juni 1696erfolgenden Tode von einem Frieden mit der Türkei Nichts wissen.

Nach dem Tode des Sultans Achmed II, 1694, folgte ihm seinBruder Mustapha.

§.54.Kriege unter Mustapha II (16941699).

M u s t a p h a II, ein weiser und kräftiger Regent, vermochte mitHülfe seines Grossveziers Elmas und des Kapudan-Paschas, eines Ve-netianers Mezzomorto, in etwas den raschen Verfall der Türkei auf-zuhalten. Nachdem er im Heere die Ordnung wieder hergestellt undbefestigt hatte, rückte er selbst mit dem Heere in Ungarn ein und erlangtedaselbst in den Jahren 16951696 ziemlich erhebliche und wichtige Er-folge. Dann aber stiess er in der Person des Prinzen Eugen von