302 I. Kiiege.von 1613—16S9.
S a v o y e n, des Oberfeldherrn der österreichischen Armee, auf einenihm gefährlichen Gegner und wurde von ihm in der Schlacht bei Z e n t a1697 besiegt (s. Allgemeine Kriegsgeschichte der neueren Zeit in West-europa, 2. Bd.. Beilage: Kurze Biographie des Prinzen Eugen)*).Nun trat Mustapha II, weil die letzten Kräfte und Mittel der Türkeiin dem langen unglücklichen Kriege mitOesterreicb, Venedig und Polenerschöpft waren, mit Friedensvorschlägen um so lieber hervor, als am10.—17. Juni 1696 der russische Zar Peter I Alexejewitsch beiAsow den Krymschen Nur eddin-Sultan geschlagen und am 19. JuliAsow unterworfen hatte. Die Friedensunterhandlungen zu Karlowitz(Stadt an der Donau, an der österreichischen Militär-Grenze) führtenendlich am 26. Januar 1699 zum Abschluss des in politischer Beziehung-hochwichtigen 25jährigen Friedens oder Waffenstillstandes von Karlo-witz zwischen den Verbündeten: Oesterreich, Bussland, Polen und Ve-nedig einerseits, und der Türkei andererseits. Die Hauptbedingungendesselben waren, dass Oesterreich Siebenbürgen und den Kreis Batekzwischen Donau und Theiss behielt, die Festung Temeswar mit Umkreisder Türkei verblieb. Venedig behielt Morea bis zur Landenge von Ko-rinth. gab aber denTheil zurück, welcher zum Festlande gerechnet wird;der Sultan entsagte der Herrschaft über die Inseln Santa Maura und Leu-kate und verzichtete auf die von den verschiedenen Inseln des Archipels,wie Zante u. s. w., gezahlten Abgaben, stellte aber die Bedingung, dassRagusa von Venedig unabhängig bleibe. Polen erhielt, mehr durch dieVermittelung der Seemächte, als wegen der Erfolge seiner Waffen, Po-dolien mit Kamenz und Alles das zurück, was es bis zu Sultan Muham-med IV (d. h. bis 1648) besessen und was Sobieski vergeblich zuerlangen gesucht hatte, es trat aber einige Orte in der Moldau ab. Russ-land endlich behielt Asow mit Umkreis und verlängerte den ursprüng-lich für zwei Jahre mit der Türkei geschlossenen Waffenstillstandauf noch 10 Jahre, bis 1700. Zum Schluss ist zu bemerken, dass derFriedensvertrag von Karlowitz die Abgaben abschaffte, welche bisdahin die christlichen Reiche an die Türkei zu zahlen gehabt hatten, wasihm als hohes Verdienst anzurechnen ist.
*) Daselbst sind auch die übrigen Kriegsthaten des Prinzen Eugen, Mon-tecuculi's, des Prinzen Ludwig von Baden, des Herzogs Karl vonLothringen u. s. w. verzeichnet.
Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig.