300 I.Kriege von 1613—1689.
tiger Gegenwehr, und nach dieser noch viele andere Städte. DieVenetianer dehnten ihre Eroberungen in Griechenland und Dalmatienaus, und nahmen nach und nach alle Festungen in Morea und Athen weg.Ebenso unglücklich für die Türken verlief auch der Feldzug von 1687in Ungarn, wo ihre 80 000 Mann starke Armee am 12. August bei Mo-hacz an der Donau in Unter-Ungarn an der Strasse von Ofen nach Esseggdurch das 60 000 Mann starke Heer unter Oberbefehl des Herzogsvon Lothringen und der theilweisen Führung des Kurfürstenvon Bayern, des Markgrafen Ludwig von Baden, des PrinzenEugen von Savoyen, des Herzogs von Mantua und anderer be-rühmter Kriegsleute aufs Haupt geschlagen wurde. Diese Niederlagedes türkischen Heeres hatte zur Folge: die Einsetzung der geradenErbfolge auf dem Thron von Ungarn für die österreichisch-habsburgi-sche Dynastie, die Unterwerfung Slavonien's und Transsylvanien's unterdiese Dynastie, und den Rückzug der Türken nach Gradischka.
Durch alle diese unglücklichen Kriege, furchtbaren Niederlagenund schweren Kriegsauflagen wurden das Heer und der Pöbel in Kon-stantinopel zum Aufruhr gedrängt, setzten den Sultan Muhammed IVab und erhoben an seiner Stelle seinen Bruder S u 1 e i m a n, welcher bisjetzt sich nur mit religiösen Uebungen beschäftigt hatte.
§.52.Kriege unter Suleiman II (in) (1687—1691).
Unter diesem Sultan verblieben bis zum Jahre 1690 die inneren undäusseren Angelegenheiten der Türkei in derselben kläglichen Verfassung.Der Krieg mit Oesterreich, Venedig und Polen ging, wie schon bis-lang , mit beständigen Erfolgen auf Seiten Jener und Misserfolgen sei-tens der Türkei weiter. Der Krieg mit Oesterreich war der grausamsteund unglücklichste für die Türkei: die Oesterreicher vollendeten die Er-oberung von Unter-Ungarn und drangen in Bosnien und Serbien ein, —in Letzterem eroberte der Herzog von Lothringen im Jahre 1688Belgrad. Die Venetianer erlangten ebenso wichtige Erfolge in den west-lichen Küstenprovinzen der Türkei in Europa. Ein wenig glücklicherfür die Türkei war ihr Krieg mit Polen: die von Sobieski in denJahren 1687—1689 in Podolien unternommenen Feldzüge, gleichzeitigmit den Krymzügen des Fürsten Galitzin, beschränkten sich auf er-folglose Belagerungen von Kamenz. Gleich unglücklich verliefen zweipolnische Züge in die Moldau, 1690—1691. Nur die Krym-Tatarenoperirten mit Erfolg, in der Defensive gegen das russische Heer des