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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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8. Kriege der Türken (16181699). 291

September vordringen konnte. Nach der im Kriegsrathe festgestell-ten Disposition stellten die Polen unter Jablonowski's Befehl sichauf dem rechten Flügel rechts vom Kahlenberge in einem concavenBogen auf, im Walde und in einer Vertiefung, um den Tataren zu ver-wehren, dass sie eine Umgehung in Flanke und Rücken des verbündetenHeeres machten. Der linke Flügel (Oesterreicher, Sachsen und Bayernunter dem H e r z o g v o n L o t h r i n g e n) besetzte mit der rechten Flankeden Kahlenberg, mit der linken lehnte er sich fast an das Ufer der Do-nau. Im Centrum am Kahlenberg stand Graf Wal deck mit den Fran-ken und befand sich Sobieski selber. Die sämmtlichen Heerhaufenstanden in drei Linien oder Treffen, mit Reserven hinter der drittenLinie.

Am Sonntag, den 12. September, begann mit Tagesanbruch die ver-bündete Armee den Angriff. Die Sachsen eröffneten das Feuer zuerstvertrieben die Türken von der Höhe, und besetzten sie mit den Oester-reichern zusammen. Bei dieser Affaire wurden die Dragoner und Po-len Ljubomirski's mit Verlust zurückgeworfen, indessen hieltensich die Türken nicht lange, und die Sachsen mit den Oesterreichernerreichten, die Heiligenstadter Schlucht heraufsteigend, Döbling. Da erst,als er dies bemerkte, brach der Vezier aus seinem Lager auf, machte innicht weiter Entfernung davor wieder Halt, und entsendete nur 30 000Reiter gegen Jablonowski. Bis 2 Uhr Nachmittags passirte im Cen-trum Nichts; der linke Flügel rückte langsam vor, mit dem aus dem Waldevon Dornbach vorbrechenden rechten Flügel in gleicher Höhe, bei dem So-bieski sich jetzt persönlich befand. Die türkische Cavallerie warf sichmitUngestüm auf diePolen und trieb die polnischen Husaren zurück, wurdeaber durch das Gewehrfeuer von vier deutschen Bataillonen aus der Reserveaufgehalten. Nun stürzte Sobieski. welcher des Veziers rothes Zelt er-blickt hatte, mit den deutschen Bataillonen und zwei Geschützen geradeauf dasselbe los, wobei diese Geschütze ihre ganze Munition gegen das Zeltdes Veziers verschossen. Bald darauf kam auch das polnische Fussvolkheran, es entspann sich hier ein heftiger Kampf, endlich bemächtigte So-bieski sich der Anhöhe, welche er, nach seiner ursprünglichen Dispo-sition, am ersten Schlachttage gewinnen wollte. Da aber bot sich ihmein unerwarteter Anblick: der allgemeine und vollkommene Rückzug derPolen. Sofort gab er dem Herzog von Lothringen Kunde, da-mit er möglichst schnell Verstärkungen sende, Hess zweiEscadrons Husa-ren von der Anhöhe herabjagen,, und eilte persönlich rasch vorwärts.Die erste Husarenschwadron unter dem Befehl des Grafen Malin (Bru-ders des Königs) warf sich auf die türkische Reiterei, welche diesen Chocnicht aushielt, sich zurückwendete und auch die hinter ihr stehende Reite-rei in Verwirrung brachte, sodass der Rückzug der Türken sich in eine

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