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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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286 I. Kriege von 161316S9.

nach Abschluss des Friedens von Shurawna gestorben war. Endlichaber schloss Kara-Mustapha, welcher einerseits den Krieg mit denvereinten Kräften der russischen Truppen und kleinrussischen Kasakenfürchtete, andrerseits die Absicht hatte, die türkischen Waffen gegenOesterreich zu kehren, am 11. Februar 1681 zuRadzin einen Frieden mitRussland, durch welchen er Asow an Russland abtrat.

Es fanden darauf in den Jahren 1681 und 1682, und namentlich imWinter 16821683, in der Türkei ausserordentliche Rüstungen zu demKampfe mit Oesterreich statt. Vom Euphrat, Nil und den Inseln desArchipelagus zogen Truppen verschiedenster Nationalitäten zur euro-päischen Türkei nach Adrianopel, von dort aus wurden die türkischenTruppen nach Budin zusammengezogen. Dies deutete auf einen Ent-scheidungskrieg des Islam gegen das Christenthum, und die ersten Schlägesollten sich gegen Oesterreich richten. Dieses Staates Lage war um soschwieriger und gefährdeter, als zu dieser Zeit Ungarn in Folge einergegen die Dissidenten daselbst gerichteten Verfolgung sich im Aufstandbefand unter Führung des Grafen Tökeli, welcher, 1678 sich der Tür-kei anschliessend, die Walachei, Moldau und Ukraine zu einem gemein-schaftlichen Bündniss mit Ungarn gegen Oesterreich aufgefordert hatte.In dieser bedrängten Lage wandte Kaiser Leopold I sich an S o -bieski mit der Bitte um Hülfe. Sobieski, welcher hierin die gün-stige Gelegenheit zur Erfüllung seines Planes eines Kreuzzuges gegendie Türken erblickte, schloss sofort, unter Vermittlung des päpstlichenNuntius Pallavicini, am 31. März 1683 zu Warschau einen Vertragund ein Schutz- und Trutzbündniss mit dem Kaiser, mit der Verpflich-tung, 40 000 Mann polnische Truppen ins Feld zu stellen. Der Kaiserdagegen verzichtete auf alle Forderungen an Polen wegen der Hülfe,welche er demselben zur Zeit des Krieges 16581659 gegen Schwedengeleistet hatte, und versprach, die Akte von 1656 über die Wahl einesösterreichischen Erzherzogs zum König von Polen zurückzugeben. DieserVertrag ward durch den polnischen Reichstag bestätigt. An demselbenTage (31. März 1C83), wo er zu Warschau unterschrieben wurde, führteder Sultan die Janitscharen aus Constantinopel nach Adrianopel und vonda nach Belgrad, wohin er am folgenden Tage selber aufbrach. In Bel-grad erfuhr er von dem in Warschau abgeschlossenen Bündnisse, übergabdemGrossvezier Kara-Mustapha die grüne Fahne des Propheten undden Oberbefehl über das mächtige Heer, in welchem, nach sehr übertrie-benen Nachrichten der Zeitgenossen, an 700 000 Mann, 100 000 Pferde,22 000 Kamele und über 1000 Geschütze gewesen sein sollen. Das stehtaber ausser allem Zweifel, dass die Stärke des türkischen Heeres sehrbedeutend war und noch durch die in Essegg zu ihnen stossenden unga-rischen und anderen Truppen Tökeli's verstärkt wurde. Hier hielt der