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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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8. Kriege der Türken (16181699). 279

und für Polen, der Feldzug von 1621, in welchem das numerischschwächere Heer der Polen mit grosser Tapferkeit sechs heftige Sturm-angriffe des weit stärkeren türkisch-tatarischen Heeres zurückgeschlagenund demselben grosse Verluste zugefügt, allerdings selbst auch einenkaum geringeren Verlust erlitten hatte;' nach Aussage christlicher Historikerhatten nämlich die Türken und Tataren 80000 Mann und 100000 Pferdeverloren, die Christen nach der Angabe türkischer Geschichtsschreiberan 100 000 Mann; doch erscheint die erstere Angabe wahrscheinlicherals die letztere.

Bei seiner Rückkehr nach Constantinopel ergab Osman sich ausKummer und Aerger über das Misslingen seines Unternehmens der Aus-schweifung und der Grausamkeit. Janitscharen und Spahis empörtensich, warfen ihn vom Throne und setzten den schwachsinnigen Musta-pha I darauf (Mai 1622), Osman aber wurde im Gefängniss auf Befehldes Grossveziers grausam umgebracht. Nun stiegen die Unordnungen aufsHöchste: viele hohe Staatsbeamte wurden hingerichtet, Andere verbannt,endlich, im August 1623, wurde Mustapha abgesetzt, und an seinerStelle bestieg der 12jährige Bruder Osman's, Murad, den Thron.

§.49.Kriege unter Murad IV (16231640).

Die ersten sechs Jahre bis zur Mündigkeit Murad's IV, währendwelcher Zeit seine Mutter und die Grossveziere über die Türkei herrsch-ten, waren äusserst unruhig. Sie sind bekannt geworden durch grosseinnere Unordnungen, aber durch keinen wichtigen und bemerkenswer-then äusseren Krieg. Als aber Murad volljährig wurde (1630) undpersönlich die Regierung übernahm, stellte er durch eine bis zur Grau-samkeit gehende Strenge in der Türkei und im Heere wieder dieOrdnung her und kehrte dann seine Waffen gegen den Empörer Bekirin Kleinasien, welcher Bagdad und sich selbst unter den Schutz des per-sischen Schah's A b b a s s gestellt hatte. Vergeblich suchten die TürkenBagdad wieder in ihre Gewalt zu bringen, diese dem Muselmann hei-lige Stadt, die alte Residenz der Kalifen und die für die Türken wichtig-ste ihrer Festungen im Osten, an der Grenze von Persien. Der Gross-vezier Hafis-Pascha hatte Bagdad belagert, musste aber in Folgedes Ungehorsams seiner Truppen und des Eintreffens frischer persischerVerstärkungen die Belagerung aufheben. Ebenso erfolglos waren dieFeldzüge der Türken gegen die aufständischen: Krym-Khan Muham-med und Pascha Abbas von Erzerum; sie endeten damit, dass der Einewie der Andere in dem von ihnen usurpirten Besitze bestätigt wurden.In Europa verwickelten die Ränke des siebenbürgischen Fürsten B e t h-