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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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280 I. Kriege von 16131G89.

len-Gabor den Murad in blutige Zwiste mit Oesterreieh, welche in-dess durch den Friedensvertrag von Szön an der Donau (in Ungarn) be-endigt wurden (1627). Im Jahre 1629 unternahmen die Türken zweiZüge nach Bagdad und belagerten diese Stadt abermals vergeblich : ob-gleich Murad das Heer persönlich führte, ward er doch gezwungen, dieBelagerung aufzuheben und abzuziehen. Erfolglos war auch sein Zugnach Polen im Jahre 1633, zu der Zeit, als der polnische König Wla-dislaw mit Russland im Kriege lag. Auf die Eroberung Polen's sin-nend, schickte Murad ein zahlreiches Heer nach Kamenz in Podolien :Konjezpolski wehrte die Türken muthig von dieser Stadt ab (1633),und der Friedensschluss zwischen Polen und Eussland machte auch Mu-rad zum Frieden mit ersterein Reiche geneigt, welcher im Herbst 1634unter den früheren Bedingungen geschlossen ward. Endlich gelang esMurad in einem dritten Feldzuge gegen Bagdad, sich dieser Stadt zubemächtigen und sie wie ganz Mesopotamien aufs Neue mit der Türkeizu vereinigen. Auf diese Weise waren, mit Ausnahme dieses dritten Feld-zugs gegen Bagdad, alle Kriege und Campagnen Murad's überhauptunglücklich gewesen und hatten ihn nur immer grausamer, blutdürstigerund wilder gemacht. Besonders die Züge nach Bagdad waren bemer-kenswerth durch aussergewöhnliche Grausamkeit, Hinrichtungen undErmordungen, waren so zu sagen bluttriefend. Bald danach brachtedie Trunksucht Murad, diesen türkischen Nero, ins Grab (1640).

§. 50.Kriege unter Ibrahim I (16401648).

Unter Ibrahim I, dem Bruder und Nachfolger Murad's IV, gelanges den erfahrenen Grossvezieren, durch Friedensverträge den Streitigkei-ten zwischen Türkei, Polen und Russland wegen der unaufhörlichen Einfälleder Saporoger undDon-Kasaken zu Lande wie zur See in türkisches undKryrn-Gebiet, und der Tataren in das polnische und russische Gebiet einEnde zu machen. 1642 brachte die Türkei die Stadt Asow wieder ansich, welche die Don-Kasaken im Jahre 1637 erobert und 5 Jahre langbesessen hatten. Die Zwistigkeiten mit Oesterreieh, in Folge der ehr-geizigen Ansprüche des siebenbürgischen Fürsten Rakozy auf denBesitz von Oberungarn, wurden durch Bestätigung des im Jahre 1627 zuSzön abgeschlossenen Friedens beseitigt. Im Jahre 16451iess Ibrahim,durch den Kapudan-Pascha Jussuf, einen venetianischen Flüchtling,aufgereizt, sich in einen Krieg mit der Republik Venedig um den Be-sitz der Insel Candia ein und belagerte deren gleichnamige Hauptstadt.Der candiotische Krieg dauerte ganze 27 Jahre, wurde mit wech-