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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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7. Bussische Kriege unter den Zaren Feodor Alexejewitsch etc. 273

nahm 20 Geschütze, und zur selben Zeit griffen die Tataren den Okol-nitsch N e p 1 j u j e w an, der sich jedoch ihrer zu erwehren vermochte.

Danach rückte Galitzin auf Kanonenschussweite an Perekopheran und wollte diese Stadt in der Nacht angreifen. Aber nun erstüberzeugte er sich davon, dass es nicht so leicht sei, als er geglaubthatte, in die Krym einzudringen und sie zu erobern. Vor Allem war esunerlässlich, die Festung zu nehmen, das Heer aber, zwei Tage schonohne Wasser, hatte zur Kechten und zur Linken nur salziges Meerwasser,Süsswasserbrunnen gab es nicht, die Ratnye Ljudi verschmachtete vorDurst und die Pferde kamen vor Ermattung um, noch einige Tage, sowar kein Thier mehr da, um Wagen und Geschütze zu bespannen. Dawar Nichts zu thun, als zurück zu marschiren; aber um doch nicht ganzunverrichteter Dinge abzuziehen, knüpfte Galitzin Unterhandlungenmit dem Khan an , indem er sich mit der Hoffnung schmeichelte, dassderselbe, die Einfälle in die Krym fürchtend, in folgende für Russlandvortheilhafte Bedingungen einwilligen werde: die Tataren verpflichtensich, von weiteren Einfällen in die russischen Grenzen Abstand zu neh-men , verzichten auf den von Russland gezahlten Tribut, werden Polennicht beunruhigen und der Türkei keine Hülfe leisten. Solche Be-dingungen hätte nur der Sieger vorschreiben können, das war aberGalitzin durchaus nicht. Der Khan aber trat mit Absicht in dieseUnterhandlungen ein und zog sie in die Länge, da er wusste, dass dasrussische Heer nicht lange ohne Wasser und Gras auf derselben Stelleverbleiben könne. Endlich erklärte er, dass er nicht anders Friedenschliessen werde, als auf Grund der früheren Verträge und gegen Be-zahlung von 200 000 Rubel, welche von dem früheren Tribute noch rück-ständig waren. Nun blieb Galitzin gar nichts übrig, als so raschals möglich den Rückzug anzutreten, welcher bei der furchtbaren Hitzeund dem unerträglichen Durste in der wasserlosen Steppe höchst müh-selig war. Es war noch ein Glück, dass die Tataren nur schwach undnicht mit allen Kräften verfolgten; am 29. Mai erreichte endlich dasrussische Heer die russische Südgrenze wieder. Hier erhielt Galitzinauf Veranlassung Peter 's den Befehl, in Neu-Bogoroditzka ungefähr6 000 Mann als Festungsbesatzung zum Schutz der Grenzen zurückzu-lassen, die übrigen Truppen aber sämmtlich zu entlassen.

Die Regentin in ihrer Leidenschaft für den geliebten Galitzinsprach in einem an ihn gerichteten Schreiben ihr ganzes Entzückendarüber aus, dass er den furchtbaren Gefahren entging und mit demHeere nicht umkam. Im Namen der Zarin erhielt Galitzin ein offi-zielles Lobschreiben. Viele Andere aber (darunter der 17jährige Peter. von den Feinden Galitzin's zu geschweigen) blickten mit äusser-ster Unzufriedenheit sowohl auf den zweiten unglücklichen Feldzug des.

Galitzin, Allgera. Kriegsgeschichte. I. Snpplem. 18