272 I. Kriege von 1613—16S9.
Richtung und derselben Ordnung fort wie im Jahre 1687, d.h. auf Kons-kija Wody in 6 Colonnen, jede in einem allgemeinen ausgedehnten Recht-eck, das durch Wagen, Artillerie und Cavallerie umschlossen war,vor sich die Avantgarde von Schein und G o r d o n, wobei das Groswie auch die Avantgarde zur Nacht in getrennten Lagern lagerte (wiees in dem beigegebenen Plane dargestellt ist). Von Konskija Wodyrückte das Heer langsam weiter vor nach Tscherna Dolina bei Perekop.Hier erblickte es, am 13. Mai, zuerst die Tataren: es war des KhansSohn Nureddin-Kalga, welchen er mit einem Theil seiner Kräftezum Schutze von Perekop zurückgelassen hatte, während er selbst mitder Hauptmacht noch in Budshak war. Am 16. Mai stürzte sichNureddin-Kalga auf Gordon' s und Schein' s Avantgardeund würde sie aufgerieben haben, wenn nicht Galitzin noch zurrechten Zeit Hülfe gebracht hätte. Nun griff N u r e ddi n das russischeHeer im Rücken an. Dieser ungestüme und heftige Angriff war anfäng-lich erfolgreich: die russische Reiterei und ihr nach das Fussvolk warfensich in das Innere der viereckigen Wagenburg, aber das kräftige Feuerder russischen Artillerie vertrieb die Tataren. Sie wendeten sich gegendie linke Seite des russischen Rechtecks, wurden aber auch da durch dieArtillerie abgewiesen, wonach sie dann, durch grosse Verluste ge-schwächt, nur noch von ferne das russische Heer umkreisten, nach ihrerGewohnheit herumstreifend.
Am folgenden Tage, 17. Mai. beschlossen die Wojewoden, in An-betracht der Ohnmacht der russischen Cavallerie gegenüber der tata-rischen , sie in das Innere des Rechtecks zu ziehen unddurch das Fussvolk, die Wagen und die Artillerie zudecken! Galitzin sendete eiligst Meldung von seinem Siegenach Moskau, was bei der Regentin grosse Freude hervorrief.
Den Marsch fortsetzend, näherte sich das russische Heer am 20. Maider Stadt Perekop, einem befestigten Städtchen oder Schlosse, das, durcheinen breiten und tiefen Graben*) geschützt, die schmale Landenge zwischendem westlichen Meerbusen des schwarzen Meeres und Sawaschtsche oderdem östlichen Asowschen Meere abschloss. Vor Perekop stand der Khanselber, welcher schon von Budshak mit 50 000 Tataren herbeigekommenwar. Nach Vereinigung mit seinem Sohne umschloss er das russischeHeer gänzlich und griff es von allen Seiten an. Galitzin umgab dasHeer mit den Wagen und mit spanischen Reitern und wies die Tatarendurch lebhaftes Artilleriefeuer ab: indessen zerstreute aber Nur eddindie Kasaken, drängte sie gegen die Wagenburg, plünderte diese aus und
Der Graben heisst russisch Perekop. Anm. d. Ueb.