7. Eussische Kriege unter den Zaren Feodor Alexejewitsch etc. 271
Leben zu trachten. Gleichzeitig bemühten sie sich auch, den HetnianMazeppa anzuschwärzen und zu verderben, welcher durch seinenEinfluss gewählt war und sich seines Schutzes erfreute. Unter solchen fürsie ungünstigen Umständen wurde der Feldzug von 1689 eröffnet.
Im Februar dieses Jahres brachen 112 000 Mann, in den grossenHeerhaufen und 4 Corps getheilt, und aus 3 366 Leuten des MoskauerTschin, 4 500 Mann des Regimentsdienstes, 9270 Strelitzen, ungefähr30 000 Reitern und Pikeniren, an 50 000 Soldaten, und etwa 16 000 KasakenundKalmüken (d. h. also etwa 80 000 Mann Truppen deutscher Formationund nur 32000 Mann russischer Formation) bestehend aus den südlichenrussischen Provinzen zum Flusse Worskla in der Richtung auf Achtyrkaauf. Von hier berichtete Galitzin am 20. März, dass der Zug durchheftige Kälte und grosse Schneefälle verzögert werde, dass auch dieKriegskasse noch nicht eingetroffen sei und kein Sold an die Truppengezahlt werden könne (es ist noch hinzuzufügen, dass die zahlreicheArtillerie <— 700 Geschütze — und die vielen Bagagewagen den Marschauch wesentlich verlangsamten). Aber Kälte und Schnee hielten dieBewegung Mazeppa's mit den Kasaken nicht auf, er vereinigte sichAnfang Mai mit Galitzin an der Samara, an welcher nach dem Be-schlüsse von 1687 schon eine Festung gebaut war, welche Bogorodizkaoder Nowobogorodsk genannt wurde (heute Nowomoskowsk im Gouver-nement Jekaterinoslaw).
Hier wurden an alle Ratnye Ljudi, welche auf Staatsverpflegungangewiesen waren, Getreidevorräthe für 2 Monate ausgegeben, und esging die Nachricht ein, dass in den Steppen kein Brand sei, dass derKhan sich gerade in Budshak befinde, um den Türken in Ungarn zurHülfe recht nahe zu sein, und dass er von dem russischen Zuge nach derKryrn noch gar nichts wisse. Als man dies in Moskau erfuhr, wurde anGalitzin geschrieben, dass er, nach Berathung mit dem Hetman,kundige Leute über die Samara senden solle, um die Steppe bis Perekophin und bis zu den türkischen Städtchen am Dnjepr abzubrennen, dabis zum Eintreffen des russischen Heeres in dieser Gegend sich neuesGras entwickelt haben würde (eine sonderbare Annahme nach dem Miss-erfolge des Feldzugs von 1687 , der Verbrennung der Steppe durch dieTataren). Weit bemerkenswerther war der von Gordon vorgelegteFeldzugsplan, welcher darin bestand: 1) hinter sich die Macht über diezurückgelegten Räume durch Anlage von Vertheidigungspunkten (Forts)mit Besatzung an allen 4 Durchgängen zu befestigen, 2) auf dem Dnjepreine Flotille aus leichten Schiffen zu halten, behufs Mitwirkung bei denOperationen des Heeres, 3) Pontons herzustellen, welche dem Heerefolgen sollten. Aber Galitzin nahm diesen sehr verständigen Plannicht an, ging vielmehr über die Samara und setzte den Zug in derselben