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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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270 I. Kriege von 161316S9.

treuen Dienste«; an das Heer und die verschiedenen Chargen in demsel-ben silberne, vergoldete und goldene Medaillen und andere Geschenkevertheilt, Galitzin erhielt ein mit Juwelen besetztes Medaillon imWerthe von 300 Dukaten, einen goldenen Pokal und 1 000 Höfe. Aberder 15jährige Zarewitsch Peter, der mit dem Feldzuge unzufriedenwar, warf dem Ga litzin vor, dass er, nachdem er den Feind gereizt,das Heer entlassen und die Grenze entblösst habe.

§ 47.Zweiter Krymfeldzug des Fürsten Galitzin (1689).

Im September 1688 ging in Moskau ein Schreiben von dem abge-setzten Patriarchen von Constantinopel, Dionysius, ein, welchesmittheilte, dass jetzt der günstigste Zeitpunkt zur Befreiung der recht-gläubigen Unterthanen der Türken der Griechen, Bolgaren, Serben,Walachen und Moldauer vom türkischen Joche sei, welche auch alleden Zaren anflehten, diesen Augenblick zu benutzen und sie zu befreien.Von dem walachischen Hospodaren Schtscherban Kantakuzenotraf zur selben Zeit in Moskau ein Brief ein mit der Bitte, nach Zurück-lassung eines Theiles des russischen Heeres in Saporoshien, behufs Ab-haltung der Krynitataren, den andern Theil nach Budshak und aufSchiffen in die Donau zu schicken, und Schtscherban versprach,ihnen in Budshak mit 70 000 Mann zu Hülfe zu kommen und alle Moldauer,Walachen, Serben und Bolgaren ihnen zuzuführen, und dass der Wegnach Zarigrad unbehindert frei sein solle. Die Zaren antworteten demDionysius und Schtscherban, dass mit Beginn des Frühjahrs1689 sie ihre Wojewoden mit vielen Kriegern in die Krym schickenwürden, und wenn diese erst verheert sei, dann könne man bequem aufdie andere Seite des Dnjepr gehen, nach Budshak und über die Donau;dem Hospodar der Walachei stellten sie anheim, seine Truppen gegendie türkischen Festungen am Dnjepr zu entsenden.

In Folge dessen wurde noch im September 1688 den Ratnye Ljudider Feldzug in die Krym angesagt. Galitzin, von Neuem zum Ober-befehlshaber des Heeres ernannt und durch die vorige Erfahrung klug-gemacht, wollte die Campagne mit dem ersten Frühlingsanfang eröffnen,um nicht in Wasser und Gras Hindernisse zu erfahren und nicht Steppen-brände fürchten zu müssen. Deshalb erhielten die Eatnye Ljudi Befehl,sich nicht später als im Februar 1689 zu versammeln. Es war fürGalitzin eine Notwendigkeit, in diesem Feldzuge Erfolge zu haben,und sowohl die Tataren als seine Feinde in Moskau zu besiegen, welchenicht abliessen, auf jede Weise ihm zu schaden und sogar ihm nach dem