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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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268 I- Kriege von 16131689.

noch Wasser, Menschen und Pferde kamen vor Hitze und Durst fast umund erstickten von dem Qualm der Feuersbrunst. ' Obgleich ein Platz-regen die ausgetrockneten Steppenflüsschen mit Wasser füllte, fehlte esdoch noch an Gras für die Pferde. Galitzin hielt einen neuen Kriegs-rath an den Ufern des Kara-Tschakrak ab; man entschloss sich, denRückzug anzutreten, und 30 000 Mann, zur Hälfte Grossrussen (unterdem Okolnik Nepljujew) und Kleinrussen (unter Ssamoilo-witsch' Sohn, G r e g o r) in das Mündungsland des Dnjepr zu senden.Demzufolge trat das Hauptheer den Rückzug an (um den 20. Juni) undmachte bei Konskija-Wody, wo es genug Gras, Wasser und Holz gab,einen Ruhehalt. Von hier schrieb Galitzin der Regierung über sei-nen Feldzug und sagte, um seinen Misserfolg möglichst zu beschönigen,die Tataren hätten nicht gewagt, dem russischen Heere entgegenzutreten,ihm aber durch Anzünden der Steppe grossen Schaden zugefügt. In demLager aber bei Konskija-Wody erzählte man sich unter den russischenFührern, wie Gordon berichtet, dass die Kasaken selber, auf Befehl,oder wenigstens mit Erlaubniss des Hetmans, selber die Steppe angezün-det hätten, um das Eindringen des russischen Heeres in die Krym zustören , das für die Kasaken oder eigentlich für den Hetman sehr nach-theilig werden konnte, wenn nämlich die Russen die Krym verheertenoder unterwarfen, da alsdann Moskau ungehindert die Rechte und Frei-heiten der Kasaken verletzen konnte. In Folge dieses Gerüchtes ent-stand zwischen den russischen Truppen und Kasaken ein gegenseitigesMisstrauen.

In Moskau beunruhigte die Nachricht von dem missglückten Feld-zuge die Regentin im höchsten Maasse, und Galitzin' s Feindetriumphirten. Die Zarewna begann zu überlegen, wie seine Niederlagegut zu machen sei, damit er nicht mit Schmach beladen nach Moskauzurückzukehren brauche. Ihre Unruhe wuchs, als das Gerücht zu ihrdrang, dass nicht die Tataren, sondern die Kasaken die Steppe in Brandgesetzt hätten. Unter diesen Umständen schickte die Kaiserin den ihrergebenen Vertrauten Schaklowity mit folgender Instruktion anGalitzin: wenn es möglich sei, solle er Pferdefutter und sonstigeVorräthe schaffen und von Neuem zur Krym marschiren, den donischenKasaken aber befehlen, dass sie zur See die Krym beunruhigen sollten;wenn das in der nächsten Zeit unmöglich sei, sollten Schiffe von ober-halb ausgerüstet und entsendet, die Kasikermensker Städtchen genom-men und von ihnen aus Nepljujew und der Sohn des Hetman mit allenihren Kriegern zu Schiffe nach der Krym geschickt werden, und Gali-tzin solle von sich ebendahin zu Lande Fussvolk, Reiterei, Geschütze,Kriegs- und Proviantvorräthe auf Ochsengespannen senden und die Zeitso bestimmen, dass beide Corps gleichzeitig in der Krym einträfen;