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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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7. Russische Kriege unter den Zaren Feodor Alexejewitsch etc. 267

tianer und Oesterreicher im Jahre 1687 müssen hauptsächlich den Erfol-gen des russischen Heeres zugerechnet werden. Die Venetianer bemäch-tigten sich Thebens in Griechenland und Knins in Dalmatien, die Oester-reicher unter Befehl des Herzogs von Lothringen erfochten einen glänzen-den und entscheidenden Sieg bei Mohacz in Ungarn über die Türken,welche in Folge dessen alle Festungen in Slavonien und Siebenbürgenverloren. Unterdessen hatte sich bis zum Mai 1687 das russische Heeran den Ufern des Flüsschens Merlo (linker Zufluss des Worskla, an derGrenze des heutigen Pultawaer und Charkower Gouvernements, 30 Werstoberhalb Pultawa) versammelt, von wo es um die Mitte Mai in Marsch-ordnung zum Flüsschen Konskija-Wody (linker Zufluss der Moskowka,die von links, der Insel Chortizk gegenüber, da wo heute die StadtAlexandrowsk liegt, in den Dnjepr mündet) rückte. Die Richtung diesesMarsches führte östlich der heutigen Städte Pultawa, Nowomoskowskund Alexandrowsk nach Orjächow im Gouvernement Jekaterinoslaw.Die Marschordnung des Heeres bestand darin, dass eine Avantgarde von5 Strelitzenregimentern und 2 auserlesenen Soldatenregimentern (derGenerale Aggei Schepelew und Gordon) vorausmarschirte, wel-cher die Hauptmacht in einer einzigen Colonne in Rechtecksform folgte,über 1 Werst breit in der Front, 2 Werst in der Tiefe. In der Mittedieses Rechtecks marschirte das Fussvolk, nach beiden Seiten durch dieWagen (an 20000 Fahrzeuge) gedeckt, in gleicher Reihe mit dem Trossmarschirte die Artillerie, nach den Flanken hin durch Cavallerie ge-schützt , von welcher ein Theil zur Beobachtung des Feindes bestimmtwar. In dieser Ordnung legte das Heer vom Flusse Merlo bis zumFlusse Konskija-Wody, 300 Werst, in 4 Wochen zurück (im Durch-schnitt ungefähr 10 Werst alle Tage), von Mitte Mai bis Mitte Juni. Hierbeistiess bei dem Samaraflusse, linkem Nebenflusse des Dnjepr, derHetmanSsamoilowitsch mit den kleinrussischen Kasaken (circa 50 000Mann) zu dem Heere. Jenseits des Flüsschens Konskija-Wody begannschon die Krymsteppe (heute Taurisches Gouvernement), in welche dasrussische Heer am 13. Juni eindrang und , statt auf Tataren zu stossenoder von ibnen zu hören, zu seinem Schrecken entdeckte, dass es in unge-heurer Ausdehnung von einer Steppenfeuersbrunst weit und breit um-fasst war. Alle waren überzeugt, dass die Tataren das Feuer angesteckthätten (auf Anordnung eines ihrer besten Khans, Chadshi-Selima-G h i r e i, welchen sie Alle sehr liebten). Auf diese Weise sah sich dasgrosse russische Heer, welches eine Menge Reit- und Zugpferde mit sichführte, der Mittel zu deren Verpflegung mit Saatfutter beraubt undkonnte in Folge dessen nicht weiter marschiren. Galitzin beriefeinen Kriegsrath und dieser beschloss, den Feldzug fortzusetzen: aber in48 Stunden kam man nicht über 12 Werst vorwärts: nirgends war Gras