7. Ku8sische Kriege unter den Zaren Feodor Alexejewitsch etc. 265
den waren. Feodor Alexejewitsch war dazu nicht geneigt undverstand sich am 3. August 1678 nur zur Abtretung von Welisch undSebesh, welche nach dem Vertrage von Andrussowo weggenommen wa-ren, und zur Widererneuerung des Waffenstillstandes auf 13 Jahre, wäh-rend welcher Zeit definitiv über Kiew und die West-Ukraine beschlossenwerden sollte.
Der Sultan Muhammed IV hatte seinerseits in dem Kriege gegenRussland 1677 und 1678 Misserfolge gehabt und fasste den Entschluss, seine_Waffen gegen Oesterreich zu wenden, gegen welches er bessere Kriegs-erfolge zu erlangen hoffte; er begann also nach 1678 nicht wieder denKrieg gegen Russland, sondern beunruhigte es nur durch Krym-Tataren,jedoch auch ohne wichtige Resultate. Mehr und mehr neigten sich so-wohl die Türkei als Russland zum Frieden, am 3. Januar 1681 wurde zuBakhtschisarai in der Krym ein Vertrag abgeschlossen, in welchem derSultan allen seinen Ansprüchen auf die West-Ukraine entsagte, unter derBedingung, dass weder Russland noch die Türkei die daselbst belegenenzerstörten Städte (d. h. Festungen) wieder aufbauten, ausgenommenKiew, Tripole, Wassilkow und Staiki, welche von Russland abgetretenwaren, wobei Saporoshien gleichfalls in der Gewalt des Zaren verblieb.
Auf diese Weise hatte nach 17 j ährigem Kriege mit Polen um Kleinruss-land, und zweijährigem Kriege (1677—1678) mit der Türkei um die West-Ukraine Feodor Alexejewitsch den Trost, diesen Krieg durch denWaffenstillstand mitPolen und Friedensschluss mit der Türkei unter Be-hauptung von ganz Kleinrussland und Saporoshien zu beiden Seiten desDnjepr für Russland zu beenden, allerdings war die unglückliche West-Ukraine in eine völlige Wüstenei verwandelt.
Von den drei Zügen nach Tschigirin unter Feodor Alexeje-witsch wurde also der erste im Jahrel676 gegen Doroschenko fastohne Blutvergiessen dadurch beendet, dass Doroschenko sich demZaren unterwarf und die Hetmanswürde niederlegte. Der zweite unddritte Zug der Russen und Türken nach Tschigirin, 1677 und 1678, liefenunglücklich für die Türken und für Tschigirin ab, obgleich die Ueber-legenheit der Kräfte auf Seiten der Türken und Tataren war, von SeitenRomodanowski's aber gar keine Feldherrnkunst entwickelt, sondernnur viele Fehler gemacht wurden.
§.46.Erster Krymfeldzug des Fürsten Galitzin (1687).
Im Jahre 1686 herrschte in Russland, während der Minderjährigkeitder Zarin Johanna und Peter's Alexejewitsch', deren Schwe-