7. Kussische Kriege unter den Zaren Feodor Alexejewitsch etc. 261
geben sein«. Von Ssjärko aber behauptete Ssamoilowitsch,dass er sich dem Sultan um 30000 Dukaten verkauft habe. Um dieseSache aufzuklären, wurde im Dezember von Moskau der Podjatschi (Ad-vokat, Schreiber) Schestakof nach Saporoshien geschickt, welchemdie Saporoger auf dem Reichstage (Rada) erklärten, dass sie deshalbnicht Tschigirin zu Hülfe gekommen seien, weil nur wenig Truppen zurStelle waren; dass die Türken und Tataren, noch bevor sie auf Tschigirinrückten, hätten nach Ssjätsch gehen wollen, weil sie, die Saporoger, sichmit dem Khan ausgesöhnt hätten und nun wünschten, dass er seine Ge-fangenen von ihnen loskaufe, da sie keine Beute gemacht hätten, wenigVorräthe besässen und das Woisko (Heer, Kriegerschaft) hungere; dasssie wiederholt gebeten haben, man solle ihnen zarische Truppen und vomHetman Kasaken zurVertheidigung und Vorräthe zum Unterhalt schicken,ihnen aber Nichts geschickt wurde, dass dann, als sie sich mit demKhan beglichen hatten, sie nach Erwerb auseinander gegangen seien, umnicht Hungers zu sterben, und dass sie endlich noch einmal gebeten hät-ten, ihnen zarische Truppen, das Poltawasche Regiment und Vorräthe zuschicken, und dann würden sie im Frühjahr nach der Krym zum Kriegemit den Khan ziehen. Ssjärko schwor seinerseits, dass er den Zarennicht verrathen habe, und wenn er mit den Türken und Tataren Friedengemacht hätte, so sei das nur deshalb geschehen, um Chmj elnizki ansich zu locken, zu ergreifen und nach Moskau zu schicken. Aber alle dieseBetheuerungen schwächten das Misstrauen und die feindliche GesinnungSsamoilowitsch's gegen Ssjärko nicht ab, im Gegentheil vermehr-ten sich diese noch, als der Letztere dem Zaren den Rath ertheilte, Tschi-girin aufzugeben und zu schleifen. Mit einem Worte — S sj ä r k o machteWinkelzüge und log, in Wahrheit stand er mit dem Sultan, dem Khan undChmj elnizki in geheimem Einvernehmen undverrieth also in derThatden Zaren.
§.45.Dritter Tsehigiriner Peldzug (1678).
Den ganzen Winter und Frühling 1678 hindurch gelangten fortwäh-rend Gerüchte nach Moskau, dass die Türken ungeheure Kräfte sammel-ten , um auf Tschigirin zu marschiren und sich unbedingt in den Besitzdieser Stadt und von ganz Kleinrussland zu beiden Seiten des Dnjepr zusetzen. Man musste sich also auf einen schweren Krieg nach verschiede-nen Seiten gefasst machen. Der Zar hatte sich der Meinung Romoda-nowski's und Ssamoilowitsch' angeschlossen, dass es nothwendigsei, Tschigirin zu halte«, zu befestigen und mit Truppen und Vorräthenzu versehen; er trug dem dort stehenden Wojewoden, dem Okolnitsch