T. Kussische Kriege unter den Zaren Feodor Alexejewitseh etc. 259
§.44.Zweiter Tschigiriner Feldzug (1677).
In März 1677 wurde Doroschenko durch den Zaren die StadtMoskau zum Wohnsitz angewiesen, was man für weniger gefährlich hielt,als ihn in Kleinrussland zu lassen. Der Sultan ernannte an Doro-schenko's Stelle dessen Verwandten Juri Chmjelnizki zumlletmanund kleinrussischen Fürsten. Dieser schickte im April ein Sendschrei-ben nach SaporDskien mit der Aufforderung, ihm treu zu dienen. DieseAufforderung wirkte auf die Saporoger, welche sich beklagten, dassihnen vom Zaren zu wenig Sold gezahlt würde; im Mai begannen sie sichzu erheben, Ssamoilowitsch aber beschuldigte den Ssjärko, dasser einen Waffenstillstand mit dem Krym-Khan geschlossen habe undsich auf Chmj elnizki's Seite neige. Im Juni forderte man in Moskauvon Ssamoilowitsch, dass er nicht zugebe, dass Ssjärko mit demKhan paktire, dass er ferner mit seinen Kasaken die Festung Koidak(Oberhalb der Wasserfälle) belagere, um den Türken nicht zu gestatten,dass sie sich derselben bemächtigten und sich einen freien Weg nachKleinrussland eröffneten, und dass er die Saporoger von Verheerungenabhalte und sie so beruhige. Ssamoilowitsch aber stellte vor, dasser Koidak, welches Ssjärko verwalte, unmöglich belagern könne, umnicht die Kasaken zu reizen.
Inzwischen rüstete man den ganzen Frühling und Sommer in Klein-russland zum Widerstände gegen Tataren und Türken. Die letzteren,unter Führung von Ibrahim-Pascha, marschirten mit Chmjel-nizki zusammen auf Tschigirin und belagerten es vom 4. August an,nachdem sie es zur Uebergabe aufgefordert hatten. Ssamoilowitschzog seinerseits mit 20 000 Kasaken vom linken Dnjeprufer dorthin undvereinigte sich am 10. August mit Romodano wski. Am 17. Augustschickten sie aus Swjatin ein Regiment Serdjuken-Fussvolk und 1000Mann Dragoner nach Tschigirin mit dem Befehl, Tag und Nacht denEilmarsch fortzusetzen. Die Türken belagerten bereits Tschigirin; derdarin befehligende General Trauer nicht machte in der Nacht vom7. zum 8. August einen glücklichen Ausfall und erhielt von 11 Gefange-nen Auskunft über Zahl, Stellung und Arbeiten der Türken. Diese hat-ten einen Minengang zu dem oberen Schlosse führen wollen, waren aberauf festes Gestein gestossen. Indessen hatten die Serdjuken und Dra-goner das rechte Dnjeprufer erreicht und schlichen sich bei Nacht glück-lich durch die türkischen Linien nach Tschigirin hinein, zur grossenFreude der Belagerten , welchen schon der Muth zu sinken begann, umso mehr, da auch der Khan mit den Tataren zu den Türken gestossen
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