258 I. Kriege von 1613—1689.
Saporoger und die Tataren zur Hülfe herbeigerufen. Ssamoilo witschbegnügte sich, auf Befehl des Zaren, mit blossen Drohungen, rief Bur-ko wski zurück und entliess das Heer. Während dessen setzte er seineBeziehungen zu Doroschenko und dem Saporoger Koschewoi-HetmanS sj är ko fort, indem er vergebens sich bemühte, sie zur Ausführung der Be-fehle des Zaren zubewegen; und den ganzen Frühling und Sommer hindurchgingen Gerüchte, dass der türkische Sultan sich rüste, auf Kiew zu mar-schiren. In Folge dessen wurde zur Unterstützung Romodanowski'sin Putiwl und Ssamoilo witsch 's in der Ost-Ukraine der BojarenfüvstWassilji Wassiljewitsch Galitzin nach Putiwl in Bewegunggesetzt, Romodanowski aberund Ssamoilowitsch erhielten Befehl,den Einfall der Türken abzuwehren, wenn er zur Ausführung kommensollte; wenn aber die Türken weder auf Kiew, noch auf die rechte Dnjepr-seite heranrückten, dann sollten Jene über den Dnjepr nach Tschigirinmarschiren und gegen Doroschenko offensiv vorgehen. Demzufolgemarschirten Romodanowski und Ssamoilowitsch an den Dnjepr,da von einer Bewegung der Türken noch Nichts verlautete. Sie hattennicht mehr 100 Werst bis an ihn zu machen, da schickten sie den StolnikKassogow mit 15 000 Russen und den Buntschushny (Hetman) Polu-botok mit vier Regimentern voraus, etwa 20 000 Mann. Bei ihrer An-näherung begannen dieDnjepr-Colonieen, welche von Tschigirin abhängigwaren, sich zu unterwerfen, Kassogow und Polubotok aber ver-wickelten sich beim Vorgehen auf Tschigirin in ein Gefecht mit denKasaken Doroschenko's. Nach dem Kampfe aber begannen Unter-handlungen, und Kassogow schickte an Doroschenko ein Ermah-nungsschreiben des Zaren. Doroschenko blieb Nichts übrig, als dieForderungen des Zaren zu erfüllen, und es gingen nun aus Tschigirinheraus: zuerst die Priester mit den Kreuzen, dann die Starschinen undEinwohner, und schworen dem Zaren; hinter diesen ritt Doroschenkoselbst, von 2000 Kasaken begleitet, und legte vor Romodanowski undSsamoilowitsch die Hetmanskeule, die Fahnen und den Feldherrn-stab nieder (19. September). Es wurde ihm für seine Person Sicherheitund der Besitz seiner Habe garantirt, aber er erhielt den Befehl, inSossnitza zu leben, im Tschernigower Regiment. Dann wurde Tschi-girin von Abtheilungen russischer und kleinrussischer Truppen besetzt,Romodanowski aber und Ssamoilowitsch kehrten über denDnjepr zurück.