7. Russische Kriege unter den Zaren Feodor Alesejewitsch etc. 257
ruBsland blieb nun dem Sohne und Nachfolger des Alexei Michailo-witsch, Feodor Alexejewitsch, vorbehalten.
Bei seiner Thronbesteigung hatte ganz Kleinrussland zu beiden Seitendes Dnjepr, mit alleiniger Ausnahme von Tschigirin, in welchem sichDoroschenko behauptete, die Gewalt des Zaren von Russland unddes einen gemeinsamen Hetmans Ssamoilo witsch bereits aner-kannt, war aber noch nicht endgültig mit Eussland vereinigt. Doro-schenko tibergab Tschigirin nicht und rief Tataren und Türken zuHülfe. Der polnische König Johann Sobieski forderte die Rück-gabe von Kiew auf Grund des Vertrages von Andrussowo, erklärte dieHerrschaft des Zaren auf dem rechten Dnjeprufer für eine Friedensver-letzung und drohte mit Krieg. Der türkische Sultan aber, Muh am-med IV, welcher die West-Ukraine auf Grund des mit Polen (1672)geschlossenen Vertrages von Budshanowa (oder Butschatscha) für ihmgehörig erklärte , beschloss, seine Macht nicht nur in dieser, sondern inganz Kleinrussland zu befestigen. Dagegen war Feodor Alexeje-witsch fest entschlossen, den letztwilligen Gedanken seines Vaters undder Vorgänger desselben zu erfüllen, und fürchtete sich nicht, mit dreiGegnern zugleich den Kampf aufzunehmen, um so mehr, als alle Vor-bereitungen dazu schon von seinem Vater bei dessen Lebzeiten getroffenwaren.
Nach vergeblichen Versuchen, Doroschenko, welcher noch demAlexei Michailo witsch geschworen hatte, dazu zubewegen, dasser sich nicht Hetman von beiden Seiten des Dnjepr nenne — was jaSsamoilowitsch war — und Tschigirin zu übergeben, — und nach-dem Doroschenko sich entschieden geweigert hatte, das Eine unddas Andere zu thun, da er auf seine eigene Macht und auf die Hülfe derSaporoger rechnete —, wurde zuerst im März 1676 Ssamoilo-witsch mit sieben Regimentern der linken Dnjeprseite gegen ihn inMarsch gesetzt. Ssamoilowitsch schickte den Tschernigower Ober-sten Burkowski mit auserlesenen Mannschaften aller Regimentervoraus. Nach Ueberschreiten des Dnjepr näherte sich Burkowskiam 18. März mit ihnen der Stadt Tschigirin. Doroschenko rückteihm mit dem Fussvolk entgegen und Hess fragen, weshalb und auf wes-sen Befehl er käme? Burkowski erwiderte, dass der Herrscher for-dere und das ganze Heer dringend bitte, dass er, Doroschenko, denEid leiste und den Oberbefehl niederlege. Doroschenko kehrte nachTschigirin zurück und sendete an Burkowski ein Antwortschreiben,adressirt an Ssamoilowitsch, in welchem er heuchlerisch und arg-listig sich unter verschiedenen Vorwänden der Erfüllung der ihm über-brachten Forderungen entzog, unter der Hand aber hatte er schon die
Galitzin, Aligem. Kriegsgeschichte. I. Supplem. 17