6. Kussisehe Kriege unter Alexei Michailowitsch (165S—1666). 251
als das Bttndniss mit Polen aufrecht zu halten; an Bewerbern um dieHetmansstelle war kein Mangel. Opara würde sie erlangt haben,aber er kam um, Doroschenko den Weg eröffnend. Teterjbemächtigte sich mit einigen ihm treuen Kasaken Brazlaw's, dann ginger nach Korsun. Brychowezki hielt die linksufrigen Obersten inPerejaslawl beisammen und sendete im Frühjahr den Lubensker (n. A.den Gluchower) Oberst Gamaleja gegen Teterj nach Korsun.Aber hier traf Gamaleja schon den Teterj nicht mehr an, er be-setzte die Stadt, konnte aber sich des Schlosses nicht bemächtigen,welches von den Polen vertheidigt wurde, und verpflanzte die Einwohnernach Kanjew; die Polen äscherten die Stadt ein. Auf der andern Seitegriff Ssjärko mit den Saporogern Brazlaw an, zwang Teterj zurFlucht nach Polen, bemächtigte sich aller seiner aus Tschigirin fortge-führten Schätze, ging dann nach Budshak, plünderte Akkerman und dieBudshaker Dörfer, wurde aber bei der Rückkehr von dort durch Ma-ch owski und die Tataren besiegt und zog in die Steppe ab.
Auf diese Weise war die ganze Westukraine in einer schrecklichenLage: überall erhoben sich die Kasaken gegen die Polen, kämpften mitihnen und untereinander und mit den Tataren ; das polnische Heer aberJablonowski's bildete eine Conföderation und zog nach Sokol in Nord-galizien ab zu dem aufrührerischen Ljubomirski. Bei Jablonowskiverblieben nur einige deutsche Banner, und als er am 21. (31.) Mai beiOrebenki durch das gegen ihn abgesendete, aus Kasaken und russischenTruppen bestehende Corps Brychowezki's angegriffen wurde, erlitt ereine Niederlage, verlor seinen ganzen Train, und zog sich in Unordnungauf Bjeloe Zerkow zurück. Die Unmöglichkeit sich länger in der Ukrainezu halten einsehend, ging er nach Polen unter Zurücklassung von Be-satzungen in Bjeloe Zerkow, Tschigirin, der Korsuner Burg und Uman.Brychowezki belagerte Bjeloe Zerkow, da er aber erfuhr, dass vonKorsun her Tataren gegen ihn im Anmarsch seien, ging er nach Kiewzurück. Diese Nachricht aber erwies sich als falsch: bei Korsun standder von Kasaken und Tataren an Teterj's Stelle zum Hetman vorge-schlagene Opara mit einem kleinen Corps. Nun kehrte Brycho-wezki unter Zurücklassung von Garnisonen in Kanjew und andernStädten Ende Juni nach Gadjatsch zurück, und um Mitte August unge-fähr wandte er sich nach Moskau.
Die Westukraine blieb nach Jablonowski's Abzug ohne Hetman,in voller Anarchie, wovon auch der Khan Nutzen zog zur Befestigungseines Beschützerverhältnisses über dieselbe, an Stelle des polnischen.Noch im Januar d. J. forderte er, auf Ansuchen des General-Jessaul'sPeter Doroschenko, dass der König, wenn auch nur für einigeZeit, die polnischen Besatzungen aus der Westukraine fortnehmen solle,