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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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252 I. Kriege von 16131669.

um das verwüstete Land zu entlasten. Allein das geschah nicht, undnun beschloss der ehrgeizige Doroschenko, welcher sah, dass wederRussland noch Polen ihre Macht in der verheerten Ukraine aufrecht er-halten konnten, sich den Türken zu unterwerfen , um Hetman zu beidenSeiten des Dnjepr zu werden. Die Tataren, welche Opara behufsRathgebung zu sich gerufen hatten, stellten ihn unter Wache, fielenzweimal seinen Tabor an, wurden abgewiesen und erklärten denKasaken in diesem Tabor, dass sie Jene in Ruhe lassen wollten, wennsie Doroschenko zum Hetman erwählen würden, anderenfalls würdensie die Polen herbeirufen und ihren Tabor in Unordnung bringen. DieKasaken willigten ein, Doroschenko vermochte sie zu dem Schwürefür den König und den Kban. Opara wurde in die Krym gebracht undan den König ausgeliefert, die Polen brachten ihn um. Doroschenkostiess auf den Brazlawer Obersten Drosde, welcher am 22. September(2. Oktober) ihn besiegte, dann aber genöthigt wurde, sich zu ergeben.Der Owrutscher Oberst D e z i k besiegte anfänglich auch die KasakenDoroschenko's bei Pawolotsch, dann aberzog er sich auf Kiew zu-rück und sein Heerhaufen löste sich auf.", Doroschenko gelang es, dieObersten und Starschinen am 1. (11.) Oktober zu bewegen, dass sie ihmdie Hetmanskeule zum Aufheben übergaben, im nächsten Jahre aber(1666) am 6. (16.) Januar, bei seiner Wahl zum Hetman, wobei gegen-seitige Treue beschworen wurde, erinnerten sie sich nicht, wem sie zudienen hätten, dem Zaren oder dem König.

In Lithauen blieben in diesem Jahre beide Theile unthätig, denn derKhan hatte sich mit dem Zaren ausgesöhnt, die Polen aber, den Khanfürchtend, überschritten die lithauische Grenze nicht. Der König, wel-cher den Frieden wünschte, schickte Gesandte nach Moskau. der Zarebenso nach Warschau. Zugleich aber wurden nach Smolensk, Witebskund Polozk, und ebenso in die Ost-Ukraine, bedeutende russische Verstär-kungen geschickt.

§. 42.Der Krieg im Jahre 1666 und Friede im Jahre 1667.

Im Jahre 1666 hatte der polnische König endlich den AufstandLjubomirski's überwältigt und mit dem Zaren Friedensunterhand-lungen angeknüpft (in Folge dessen an den russisch-lithauischen Gren-zen keine Kriegsoperationen stattfanden); er schickte Machowskimit 23 Fähnlein Husaren und Dragoner und mit 1 Druschine derSchljachta, im Ganzen an 6 000 Mann, in die westliche Ukraine, welchenach wie vor ganz in Flammen stand, sodass nur in Bjeloe Zerkow sich