24S h Kriege von 1613—16S9.
In kriegerischer Hinsicht ist es im Einzelnen interessant, auf der Karteder Heike nack die gleichzeitigen Vorwärtsbewegungen und Stellungender beiderseitigen Heere zu verfolgen. Es zeigt sich, dass Anfangs diePolen die russischen Heere einzeln zu scklagen, abzuschneiden, zu um-zingeln und aufzureiben im Stande waren, umgekehrt aber die Bussennach der Fluckt der Polen von Gluchow nach Nowgorod Sjäverski undspäter ihrerseits ebenso zu verfahren vermochten. Aber weder die Einennoch die Andern handelten klar, sondern sie tappten umher wie Blinde,schwankten von einer Seite auf die andere und tkaten nichts Erspriess-liches, — und das war für die aufgeblasenen Polen, welche grosse Mit-tel und gute Führer hatten, doppelt schimpflich.
Dem sei übrigens wie ihm wolle, Kussland und Polen wünschtenlebhaft den ihnen so nöthigen Frieden und das Ende des für sie so verheeren-den Krieges. Am 1. (11.) Juni wurden die Verhandlungen zu Durowitschunweit Krassny begonnen, und trat ein Stillstand der Kriegsactionen in derUmgegend ein. Aber vergebliche Hoffnung! Wie immer war es un-möglich , ein Einvernehmen herzustellen, die Unterhandlungen führtenzu Nichts, der Krieg wurde fortgesetzt, obgleich er in Lithauen sich aufunwichtige Scharmützel beschränkte, wobei Patz in Mogilew, Barja-tinski in Dubrowna stand. Der polnische König war von Wilna nachWarschau zum Reichstage abgereist.
In der Westukraine aber wüthete noch ein furchtbarer Krieg. ImJanuar d. J., als der König sich in Oster befand, hatten Kassogow undSsjärko die türkischen Niederlassungen bei Tjaginj am Dnjestr ver-heert und waren dann in die Kasakenstädte am Bug abgezogen. Beiihrem Erscheinen fingen die Kasaken überall sogleich an die Polen unddie Juden zu morden. Das Brazlawer- und das Kalnitzer-Regiment,Mogilew am Dnjestr, Raschkow, der ganze Umansche Bezirk schworendem Zaren. Auch in.den am Dnjepr gelegenen Städten loderte der Auf-stand empor, unter Führung des Saporoger Obersten Sulima. Ma-chowski räumte StawiscMsche, Lissjanka und Trechtemirof unterHinterlassung von grossen Kriegs- und Proviantvorräthen, zog nachBjeloe Zerkow ab und wurde daselbst sogleich durch Ssjärko belagert.Der König sendtete Teterj mit seinen Kasaken zur Niederwerfungdes Aufstandes auf der Dnjeprseite: Teterj veranlasste Ssjärkozur Aufhebung der Belagerung von Bjeloe Zerkow, Sulima aber, wel-cher überall den in Chwastow befindlichen Wygowski zum Hetmanausgerufen hatte, wurdet ergriffen und hingerichtet. Machowskistellte Wygowski vor ein Kriegsgericht und liess ihn erschiessen,scheinbar wegen des Verrathes am Könige, wirklich aber aus persön-lichem Hass. S sj ä rko zog sich aus Bjeloe Zerkow nachKrylow zurück,wo er sich aufs Neue mit Kassogow vereinigte, welcher mit seinem