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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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246 I. Kriege von 161316S9.

selbst einen Aufstand gegen den König und die Saporoger bedrohen dietatarischen Ulusse. In Folge dessen zogen die Tataren sofort von Glu-chow zur Kiym ab. Jenseits des Dnjepr waren in der That die könig-lichen Kasaken aufgestanden, Brychowezki aber streifte um Baturinund nahm mit Hülfe von Romadanowski im Rücken des Königs die vonden Polen und Tataren besetzten Städte: Chorol, Borsna, Krolewez wie-der weg, in welch letzterer die Kasaken sich des ganzen königlichen Trainsbemächtigten und alle Gardisten niederhieben. Endlich, am 30. Januar(9. Februar) , stand Brychowezki sogar nur 4 Werst von Gluchow,griff, wie Wjelitschko angiebt, nach mehrfachen Avantgarden - Ge-fechten, gegen Abend das Lager des Königs an und brachte dort solchenSchrecken hervor, dass das polnische Heer in hastiger Flucht darausfortstürzte und in der Nacht mit dem Könige zusammen unter grossemVerluste nach Nowgorod Sjäverski abzog. Die Kasaken verfolgten nicht,mit Plündern beschäftigt. Brychowezki entliess einen Theil dersel-ben nach Hause, mit den übrigen blieb er in Gluchow. Als Romoda-nowski eintraf, marschirten sie nach Nowgorod Sjäverski, kehrtenaber bald wieder um, Romodanowski besetzte am 11. März Loch-witz, Brychowezki Anfangs April Gadjatsch. Man kann nichtumhin, die seltsame Handlungsweise Romodanowski's zu bemer-ken : in Putiwl südöstlich von Gluchow stehend, konnte und mussteer mit Brychowezki zusammen die Verbindungen des Königs nachrückwärts abschneiden, ihn im Rücken angreifen, sein Heer vor Gluchowschlagen und es nach Nowgorod Sjäverski verfolgen. Statt dessen ver-folgt Brychowezki den König nicht, und Romodanowski willnach Nowgorod Sjäverski gehen, kehrt unterwegs um und besetzt Loch-witz, und Brychowezki Gadjatsch warum? um zu rasten?Was die Polen anbelangt, so thun die Historiker der Flucht ihres Heeresvon Gluchow nach Nowgorod Sjäverski gar keine Erwähnung, sondernversichern, dass der König (welcher seinem Plan zufolge gerade Gluchowals Operationsobjekt hatte) freiwillig die Belagerung dieser Stadt aufhob,um sich mit dem lithauischen Heere inSjäwsk, an der russischen Grenze,zu verbinden I

Diese Vereinigung vollzog sich in der That zu Sjäwsk am 6. (16.)Februar nach einem Kampfe Patz's gegen Barjatinski bei Brjansk.Hier in Sjäwsk fand eine Wendung in dem Feldzuge des Königs statt;es erschien bei ihm der zarische Gesandte Puschtshin mit erneutenVorschlägen zu Friedensunterhandlungen. Das wurde um so bereitwil-liger angenommen, als die Eroberungsgedanken des Königs schon wieein Hauch verweht waren: sein Einfall in die russischen Grenzen warvon dem Moment an undenkbar, wo in seinem Rücken die rechtsufrigeUkraine sich im Aufstande befand und seine Verbindungen abgeschnitten