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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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6. Kussische Kriege unter Alexei Michailowitsch (16581666). 245

je durch die Festung Saltykowa-Djäwiza an der Desna aufgehalten,welche von dem Kasakensotnik Trykatsch hartnäckig vertheidigt wurde.Durch diesen Widerstand gereizt, nahmen die Polen die Festung mitSturm und liesen die ganze Garnison und einen Theil der Einwohner überdie Klinge springen. Sosnitza, Borsna, Chorol ergaben sich. Am 15.(25.) Januar in Krolewez angekommen, blieb der König hier eine Wochestehen, bis Teterj mit einer neuen Tatarenhorde zu ihm gestossenwar.Inzwischen hatten Patz und Polubinski mit einem lithauischenHeere sich von Rosslawl und Mstislawl an Sjäwsk zur Vereinigungmit dem Könige herangezogen. Auf russischer Seite stand Romoda-nowski bei Putiwl, Tscherkasski aber mit der Hauptmacht warvon Kaluga auf Karatschew gezogen und hatte Brjansk mit der Avant-garde (15 000 Mann) Barjatinski's besetzt. Hierbei ist bemerkenswerth,dass Tscherkasski und Kurakin, als Bojaren, dem Romado-nowski als einem Grosswürdenträger, nicht helfen wollten, und dassdie Folgen davon sehr traurige waren. Unbeträchtliche russische Gar-nisonen standen in Kiew, Perejaslawl, Tschernigow und Njäshin. EinVergleich der Lage der beiderseitigen Streitkräfte zeigt, dass der Königgegen die Front Romodanowski's welcher vorwärts marschirte,Patz und Polubinski gegen die rechte Flanke Tscherkasski'sund Kurakin's und gegen den Rücken Romodanowski's vorgin-gen. Gegen Letzteren brach der König Ende Januar aus Krolewez nachPutiwl auf, nach einigen erfolgreichen Scharmützeln aber zog er nachGluchow, seine und der Senatoren sämmtliche Fahrzeuge in Krolewez un-ter dem Schutze seines'Garderegimentes zurücklassend. In Gluchow befandsich der Kasakengeneralrichter Shiwotowski mit den drei Regimen-tern von Tschernigow , Starodub und Njäshin, auf Unterstützung vonBrychowezki wartend. Als der König bei seiner Ankunft die nie-dergebrannte Vorstadt erblickte, verschanzte er sich sogleich und eröff-nete die Belagerung. Die bei ihm befindlichen französischen Ingenieurespotteten über dieseKasakenfestung, überzeugten sich aber bald, dass esunmöglich sei, mit den Geschützen Erdwälle niederzulegen, welche, beiFrostwetter mit Wasser übergössen, Mauern von Eis bildeten, oder Bau-ten anzuzünden, welche dicht mit Mist bedeckt waren. Deshalb begannendie Belagerer Minen zu führen, sprengten einige derselben, unternahmenmehrere Sturmangriffe, bemächtigten sich bei dem letzten des Walles,stiessen hier aber auf einen Wassergraben, welchen sie unter dem hefti-gen und wohlgezielten Feuer der Kasaken nicht zu überschreiten ver-mochten, und zogen sich zurück, nachdem sie viele der besten Sholnjeryund> einige französische Freiwillige verloren hatten. Die Sache nahmallmälig eine für die Polen ungünstige Wendung: es entstand ein Gerücht,Brychowezki marschire auf dem rechten Dnjeprufer und errege da-