244 !■ Kriege von 1613—1689.
rin marschirt, um gegen den König in Thätigkeit zu treten, kehrte aberim Dezember bei heftiger Kälte zurück und lagerte in Lüstisch. Die hu-manen Absichten des Königs gingen nicht in Erfüllung: der Flecken Mo-nastyrischtsche wurde weil es Widerstand geleistet hatte von Grund auszerstört, seine Einwohner niedergemacht. Die mit Erdwällen, welche gegenArtilleriefeuer schützten, befestigten Kasakenstädtchen hielten die Polenbei jedem Schritte auf, indem sie die Polen zu dem einen Thore, Nachtsaber durch das andere die Russen einliessen, so dass die Wegnahme jedesStädtchens den Polen grosse Opfer und Verlust an Fahrzeugen kostete.Teterj umging, nach Trennung von Sobieski, das befestigte Njäshinund vereinigte sich in Oster mit dem Könige. Potozki lag mit demKronsheere zu Koselsk (auch Koselz) in Winterquartieren, sein Heer meu-terte, wie gewöhnlich, und murrte über die schlechte Verpflegung. DieTataren zogen trotz aller Bitten des Königs nach der Krym ab.
In Oster fand wieder Kriegsrath statt, man beschloss, ohne sich mitUnterwerfung der Kasakenstädte aufzuhalten, gerade auf Gluchow andie russische Grenze zu marschiren; den Corpsbefehlshabern wurde be-fohlen, auf Nowgorod Sjäverski zu marschiren, behufs Vereinigung mitdein Könige.
Der König rückte nach den Weihnachtsfeiertagen nach neuem Style(vor Weihnachten alten Styls) von Oster ins Feld, umging (nach Andern nahmer weg) Njäshin und marschirte an die russische Grenze. Brycho-w e z k i zog mit seinen Kasaken sich vor ihm zurück; vor Staromylnoan der Desna Hess er, in der Meinung, dass der König allein ihm folge,sich in ein Gefecht ein, — da aber Sobieski und Czarnezki bereitszum Könige gestossen waren, so erlitt er eine Niederlage und zog sichnach Baturin zurück. Der weitere Feldzug des Königs gehört schon indas Jahr 1664.
An der russisch-lithauischen Grenze fanden 1663 gar keine wichti-gen Kriegsereignisse statt. Wichtig waren aber Kassogof's undSjärko's Thaten in Saporoshien. Mit den Saporogern und Kalmükenvereint, führte Kassogof noch im September einen erfolgreichen Ueber-fall gegen die Tataren jenseits des Dnjestr aus, und im Septemberbrannte er mit Sjärko zusammen Perekop nieder und führte demnächstlange und erfolgreich als sehr gewandter Parteigänger den kleinen Krieggegen Tataren und Polen.
§. 40.Krieg im Jahre 1664.
Bei dem weiteren Feldzuge des Königs. Anfang Januar, von Osteran Njäshin vorüber zur russischen Grenze wurden die Polen länger denn