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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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6. Russische Kriege unter Alexei Michailowitsch (165S1666). 243

Brychowezki, den nur von der ihm ergebenen Partei Erwählten,und wollte sie durch menschenfreundliche Maassregeln an sich ziehen,indem er seinen Truppen alle Gewaltthätigkeiten gegen die Bewohneruntersagte (eine vergebliche Hoffnung, da in den polnischen Truppen nie-mals militärische Disziplin geherrscht hatte und herrschen konnte, ihreVerbündeten wilde und tückische Tataren waren, die Kasaken aber imAllgemeinen die Polen aufs Aeusserste hassten).

Das Heer brach von Skwarschow am 1. (11.) August in 3 Richtun-gen auf: Czarnezki auf Dubno, Sobieski auf Bar, der Königselbst mit dem Hetman Potozki und dem Fussvolk auf Schargorodund Bjeloe Zerkow. In Schargorod wurde Kriegsrath gehalten, bei wel-chem der Tatarencommissar Dedal-Aga den echt tatarischen Rathgab, direkt auf Moskau zu gehen! Der Kriegsrath aber be-schloss, dass das Kronsheer sich auf Bjeloe Zerkow, das lithauische unterdem polnischen Hetman P a t z a und dem Heerschreiber (Kriegssecretär)Polubinski auf Schklow, Byckow und Rosslawl an die russischeGrenze dirigiren solle.

Wegen heftiger Regengüsse und dadurch ausgetretener Flüsse trafder König in Bjeloe Zerkow erst am 8. (18.) Oktober ein (2 Monate nachdem Abmarsch aus Skwarschow). Hier stiessen Czarnezki undSobieski (wahrscheinlich in Folge einer Aenderung der früheren Be-stimmung) mit 40 000 Tataren, und Teterj mit 20 000 Kasaken zu ihm.Abermals fand ein Kriegsrath statt. bei welchem man beschloss, dieHauptkräfte über den Dnjepr zu senden, auf der rechten Seite denObersten Machowski mit einer Besatzung in dem befestigten FleckenStawischtsche (südlich von Taraschtsch), dem Hauptstapelpunkte fürKriegs- und Proviantvorräthe stehen zu lassen, und Teterj mit seinenKasaken zum Schutz des Landes zurückzulassen.

Ende Oktober brach der König von Bjeloe Zerkow auf und erreichteRshischtschew, wo eine Schiffbrücke über den Dnjepr geschlagen wurde.Den Uebergang deckteJTschugai init 500 Saporogern, weit hinter ihmstand Brychowezki bei Gadjatsch, und dieser hatte wieder weit hin-ter seinem Rücken R o m o d a n o w s k i in Bj elgorod. T s c h u g a i wurdezurückgeworfen, am 3. (13.) November ging das gesammte polnischeHeer auf das rechte Dnjeprufer über, die Tataren durchschwammen denStrom oberhalb Rshischtschew. Nach dem Uebergange marschirte derKönig durch Borispol auf Oster (Stadt nördlich von Kiew, westlich vonKoselz) , nahm sie durch Kampf und blieb hier in Winterquartier!Czarnezki, der mit seiner Vorhut Romnjaä genommen hatte, machtein Bobronitza Winterquartier. Sobieski ging, nachdem er Teterjvon der rechten Seite des Dnjepr an sich gezogen hatte, nach Gadjatsch,fand aber Brychowezki nicht mehr dort, denn dieser war auf Batu-

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