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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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236 I- Kriege von 161316S9.

Doroschenko mit einem Kasakencorps entgegen und Hess ihm sagen,er sei bereit, sich mit den Polen zu vereinen. Aber Ljubomirskitraute nicht, und am 28. September (8. Oktober) entspann sich derKampf; indessen klärte sich das Missverständniss bald auf, und Lju-bomirski kehrte, nachdem er Nur eddin die Führung der Unter-handlungen mit Chmjelnizki übertragen, zu Potozki zurück undhalf ihm, den Scher emetjew von Neuem in sein Lager treiben, auswelchem er zur Vereinigung mit Chmjelnizki auszubrechen versuchthatte. Der Letztere traf bald danach bei Potozki ein und schwur demKönige aufdieGadjatscher Bedingungen, und nach 3 Tagen lockte er auchnoch Zyzura mit 2 000 Kasaken zu den Polen herüber: der VerrathChmjelnizki's und Zyzura's war für Scheremetjew ein entschei-dender und letzter Schlag: er hatte weder Lebensmittel, noch Pulver,noch Blei; die Kälte begann, die Leute nährten sich von gefallenenPferden und starben vor Frost und Hunger. Trotzdem hielt Schere-metjew sich noch 12 Tage, endlich aber kapitulirte er am 23. Oktober(2. November), um sein Heer nicht seine eigne Person zu retten.Die Hauptbedingung der Kapitulation war, dass Kiew, Perejaslawl,Njäshin und Tschernigow mit den darin befindlichen Geschützen undKriegsvorräthen den Polen ausgeliefert wurden, dass die russischenTruppen in den Städten und Dörfern der Umgegend untergebracht wer-den, Scheremetjew und die Truppenbefehlshaber dagegen bei denPolen und Tataren bleiben sollten, bis die russischen Truppen die be-zeichneten Städte geräumt hätten. Da aber von den Russen Niemandhierauf eingehen wollte, so behielten die Polen Scheremetjew mitallen seinen Truppen bei sich in Gefangenschaft, um für sie ungeheureLoskaufssummen zu gewinnen, nicht weniger denn 200 000 Ducaten,was grade die polnischen Hetmans auch gewollt hatten. Da aberScheremetj ew das verlangte Lösegeld nicht zahlen konnte, derKiym-Khan, welcher unweit von Tschudnow stand, das ihm nicht ausbezahlteGeld forderte, so lieferten die Polen den Scheremetjew mitTowarisch-tschen an Jenen aus und schlugen ihm vor, das Heer desselben entwederniederzumachen, oder in die Krym wegzuführen! In Folge dessenführte der Khan sie Alle in die Krym, wo der unglückliche Schere-metjew 22 Jahre in schwerer Sklaverei zubrachte, sein Unglück theilsdem Verrathe Chmjelnizki's, theils dem Ungehorsam des FürstenBarjatinski in Kiew zuschreibend, welcher, zu Hülfe gerufen, auchaus Kiew aufgebrochen, nach einem Marsehe von 70 Werst wieder zu-rückgegangen war.

Das war, nach dem Unglück von Konotop im Jahre 1659, die zweiteerstaunliche und zugleich von so traurigen Folgen für Scheremetjewund seine Truppen begleitete Katastrophe, welche weder Chmj elnizki,