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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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234 I. Kriege von 16131689.

wegs Borissow nehmen zu können, hatten Czarnezki, Sapieha,Polubenski und Kmi titsch den Dnjepr unterhalb Mogilew über-schritten und standen nun am Flusse Bagwa Dolgorukovv gegenüber.Sapieha rieth zur Umkehr, Czarnezki aber stimmte dem nicht bei,überschritt am 17. Oktober die Bagwa, drängte die russische Reitereizurück, warf die russische Infanterie in die Verschanzungen, hatte aber,obgleich er sich für den Sieger erklärte, so grosse Verluste erlitten, dass ernoch denselben Abend über die Bagwa zurückging, der Sieg also Dol-gorukow verblieb. Nachdem Sapieha und Czarnezki ihn hiernocheinige Wochen eingeschlossen hatten, kehrten sie, vermuthlich aus Mangelan Lebensmitteln, über den Dnjepr zurück, Sapieha bei Schklow, Czar-nezki bei Mogilew. Nachdem sie also den bei Polonka auf sie gestos-senen schwächeren Chowanski geschlagen hatten, waren sie dochnicht im Stande gewesen, Dolgorukow zu besiegen oder zur Ueber-gabe zu zwingen, und zogen sich nun ohne Erfolg und mit grossem Ver-luste über den Dnjepr zurück.

Indessen hatte Chowanski sich von der Niederlage vor Polonkaerholt, mit 12000 Mann beiTschereja oberhalb Borissow Stellung genom-men, und Kmititsch vor Golowtschin geschlagen, wurde dann aber vonCzarnezki besiegt, welcher nach Ueberschreitung der Beresina ihnzurückdrängte und zur Flucht nach Polozk zwang, unter Verlust seinesganzen Trains. Dort blieb Czarnezki auch zum Winter stehen, Dol-gorukow aber zog sich nach Mogilew zurück.

So hätten also in Lithauen die Polen und Lithauer, welche die Ueber-macht auf ihrer Seite hatten, die ihnen gegenüberstehenden schwächerenCorps von Chowanski und Dolgorukow gänzlich vernichten, oderwenigstens weit über Dwina und Dnjepr zurückwerfen können und müs-sen, hatten aber in fünf Monaten nur Chowanski zu schlagen ver-mocht, während sie von Dolgorukow blutig zurückgewiesen waren.Chowanski und Dolgorukow ihrerseits hätten, wenn sie mit ver-einten Kräften kühn, entschieden und geschickt operirten, die Gregnereinzeln, sogar auch zusammen schlagen können,thaten aber Nichts. Dem-zufolge erlangten beide Seiten keine wichtigen oder erspriesslichen Re-sultate, immerhin aber war der Erfolg im Allgemeinen mehr auf Seite derPolen und Lithauer gewesen.

In der Ukraine war der Erfolg ganz entschieden auf der polnischenSeite, dank derVerrätherei des schwaehköpfigen, aber ehrgeizigen JuriChinj elnizki. Bis zum August kam es zu keinerlei Kriegsaction, imAugust aber fand fast gleichzeitig auf beiden Seiten eine Concentrirungbedeutender Kräfte statt: der Polen und Tataren bei Tarnopol (östlichLwow} und dann bei Konstantinow in Volhynien, der Russen undKasaken bei Kiew und dann bei Chwastow, welcher eine beider-