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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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6. Russische Kriege unter Alexei Michailowitsch (16581666). 233

Januar Polubenski, Obuchowitsch, und Oginski, Einen nachdem Andern, schlug und dann Brest nahm und niederbrannte. Währenddessen trafen in Borissow zu Friedensunterhandlungen mit den polnischenBevollmächtigten ein der Fürst Odojewski mit Gefährten (Towa-rischtschen) und vom kleinrussischen Heere der Njäshinsker OberstSolotarenko und Korobka mit 53 auserlesenen Kasaken. Aber sietrafen in Borissow keine polnischen Bevollmächtigten, weil diese nichtgekommen waren, und zwar deshalb , weil im März der KronshetmanStanislaw Potozki, der Obosnyhetman Andrei Potozki undWygowski mit den Kasaken und Tataren die Kriegsoperationen imSüden in der Ukraine eröffneten. Der Wunsch eines Friedens mit Russ-land, aber auch die Gefahr eines Krieges um denselben mit der Türkei undKrym waren die Ursachen des Zögerns der polnischen Commissare.Während sie aber noch mit Odojewski hin und her schrieben, er-schienen am 29. April in der Nacht ungefähr 1000 Polen vor Wilna, be-mächtigten sich der grossen Stadt und begannen zur Citadelle vor-zurücken , wurden indessen durch einen Ausfall der russischen Soldatenvon der Citadelle her aus der grossen Stadt vertrieben. Chowanskibenachrichtigte den Odojewski und der Njäshinsker Ssotnik ßa-kuschka den Solotarenko. dass sie vor den Polen der borissowerCommission auf ihrer Hut sein sollten, da durch die Polen die Tatarennach Lithauen herbeigerufen wurden und Czarnezki mit Truppen ausShmudj marschirte. Das war um die Mitte Juni, am 20. Juni erhieltOdojewski die Nachricht, dass Chowanski geschlagen sei. DieserLetztere hatte den befestigten Flecken Ljachowitsch belagert, sich aber,als er von dem Anmarsch des Feindes gegen sich hörte, am 17. Juni nachdem Flecken Myscha begeben und war am 18. Juni 10 Werst davon ent-fernt bei dem Orte Polenka auf die vereinigten Truppen Czarnezki's.Paul Sapieha's, Polubenski's und Krnititsck's gestossen, undin demKampfe mit diesen hatte die russische Infanterie eine vollkommeneNiederlage erlitten. Der Wojewode Fürst Tscherbaty fiel in Gefan-genschaft, 2 Söhne Chowanski's und Smjäjew wurden verwundet,Chowanski floh mit den übriggebliebenen Truppen nach Polozk, umsich mit Dolgorukow zu verbinden, seine Geschütze und Fahrzeugefielen vor Ljachowitsch dem Feinde in die Hände. Auf die Nachrichthiervon brach Odojewski mit den Towarischtschen eiligst aus Boris-sow nach Smolensk auf.

Nach Besiegung Chowanski's wandten die Feinde sich gegenDolgorukow, welcher auf dem linken Dnjeprufer, unweit Mogi-lew, hinter dem sumpfigen Flüsschen Bagwa oder Bagja, 30 Werst vonKritschew,' zwischen Tschauss und Tscherpkow in Verschanzungen dasEintreffen Solotarenko's mit den Kasaken erwartete. Ohne unter-