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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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6. Russische Kriege unter Alexei Michailowitsch (16581666). 231

russland gebe, sie erklärten, sie würden sowohl »für Gross- wie fürKleinrussland »sorgen«. Frech waren diese Forderungen und Dro-hungen der Krymhorde gegen das russische Zarenreich, obgleich geradegegen sie um diese Zeit die donschen Kasaken »sorgten«, indem sie Ein-fälle an den Westküsten der Krym machten, in das Innere eindrangen,Gefangene wegnahmen, die russischen Gefangenen befreiten, selbst anden türkischen Küsten Anatoliens bis nahe an Konstantinopel heran, undzu Lande, in den Steppen, die Wege und Verbindungen des Khans mitden Kalmtiken und Wygowski abschnitten.

In Moskau aber zitterte man umsonst: nach Abzug des Khans nachder Krym hatte Wygowski ausser seinen Kasaken und 15 000 Tata-ren nur etwa 1 500 Mann polnische Truppen. Vergeblich auf Verstärkun-gen vom Könige hoffend, kehrte er nachTschigirin zurück, ohne unterwegsGadjatsch einnehmen zu können, aus Tschigirin aber schickte er seineKasaken und Tataren fort, sie wurden jedoch am 22. August von den ausKiew ausrückenden russischen Truppen aufs Haupt geschlagen. Tru-bezkoi aber, welcher mit seinem zahlreichen Heere sowohl Wygowskiwie den Khan mit leichter Mühe hätte vernichten können, lag, nach sei-nem unbegreiflichen langsamen Zuge von Moskau bis Konotop und demKückzuge von da nach Putiwl, hier unthätig. Unterdessen aber zerris-sen und verwüsteten Bürgerkriege in Kleinrussland, an welchen Russ-land wie Polen theilnahmem, dieses unglückliche Land in furchtbarerWeise, und seine Bewohner wünschten , dass entwedef der Zar oder derKönig es endlich mit fester Hand in Besitz nähme, um wenigstens vorWillkür und Verheerung geschützt zu sein.

Zum Glück gewann das östliche, zarische Kleinrussland die Ober-hand. Der Perejaslawer Oberst Zyzura, und nach ihm der Njäshins-ker, Tschernigower, Kiewer, undLubensker Oberst schworen dem Zaren,und als auf der westlichen polnischen Seite die Kasaken hiervon hörten,begannen sie zu überlegen, ob sie nicht auch diesem Beispiele folgensollten. Wygowski befand sich meiner Übeln Lage, Viele der ihm Nä-herstehenden riethen ihm, zum Khan zu gehn. Andrei Potozki je-doch , welcher die Einmischung der Türken in die Angelegenheiten derUkraine zu vermeiden wünschte, beredete Wygowski, aus Tschigirinsich in sein, Potozki's, Lager bei Bjeloe Zerkow zubegeben. Baldsammelten sich nun alle von Wygowski verlassenen Kasaken in einerStärke von 10000 Mann um Juri Chmjelnizki und kamen einerAufforderung Seh er emetjew's, dem Zaren zu schwören, nach, woge-gen sie von dem Ansinnen Wygowski's unter der Macht des Königszu verbleiben, Nichts wissen wollten. Es endete damit, dass WygowskiHetmansstab und-Keule zurückgab, welche sofort durch die Kasaken anChmjelnizki ausgehändigt wurden, der von ihnen zum Hetman der