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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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230 I- Kriege von 16131689.

Die Nachricht hiervon brachte den Zaren ausser sich und Moskau inSchrecken: nach den neulichen Erfolgen und Siegen in Lithauen mussteTrubezkoi, auf welchen man so grosse Hoffnungen gesetzt hatte, soviele Truppen verlieren! Im August gab der Zar den Befehl, Moskaumit Erdwerken schleunigst zu befestigen ; die Einwohner der Umgegendwarfen mit Familie und Habe sich in die Hauptstadt, es verbreitete sichsogar das Gerücht, der Zar sei über die Wolga und Jaroslawl entwichen,wie es früher bei den Tataren zu geschehen pflegte.

Indessen hatten der Khan und Wygowski nach Besiegung vonPosharski und Lwow sich nachKonotop aufgemacht, um Trubezkoiselbst anzugreifen. Aber dieser hatte sich schon von dieser Stadt zurück-gezogen, und mit Hülfe des Feuers seiner zahlreichen Artillerie gelanges ihm, ohne grossen Verlust durch den nachsetzenden Feind am 10. JuliPutiwl zu erreichen. Der Khan und Wygowski verfolgten ihn nichtüber den Semjfluss hinaus und marschirten nach Romnjä. Die Bewohnerdes Ortes ergaben sich, die russische Besatzung hatte Wygowskifreizulassen geschworen, schickte sie aber zum polnischen König. VonRomnjä zog er und der Khan nach Gadjatsch (Hadjatsch). Hier gingendie Kasaken zum Sturm vor, die Tataren sahen dem ruhig zu, indem sieein Lager im Felde bezogen; die Kasaken wurden abgeschlagen und zo-gen mit einem Verlust von über 1000 Mann ab. Hiernach erfuhr derKhan, dass der junge Juri Chmjelnizki, Sohn Bogdan's, mit denSaporoshern in die Krym gezogen sei, vier Nogaien-Ulusse zerstört undeine Menge Gefangene fortgeführt habe. Der Khan und WygowskiHessen ihm sagen, er solle die Gefangenen freigeben, aber Chmjel-nizki forderte, dass der Khan die gefangenen Kasaken entlasse, undwenn er zarische Städte betrete, so werde er, Chmjelnizki, wiederumin die Krym einfallen. Nun trennte der Khan sich von Wygowskiund zog über Sym, Chotmyscha, Karpowa undLiven, ohne sie zu berüh-ren, aber ihre Bezirke verwüstend, zur Krym ab, in Kleinrussland nichtüber 15 000 Tataren zurücklassend.

Trubezkoi schrieb an Wygowski, er solle zuverlässige Män-ner behufs Unterhandlungen über Aufhören des Blutvergiessens senden.Wygowski, Jenem vorwerfend, dass er nicht zum Unterhandeln, son-dern zum Kriege gekommen sei, erklärte, er werde keine Unterhändlernach Putiwl schicken, Trubezkoi möge die seinigen nach Baturin sen-den. Trubezkoi hatte, wie gesagt, den besonderen Auftrag, Wy-gowski vom Khan zu trennen und das Bündniss zwischen Beiden zulösen. Dasselbe suchten auch die russischen Gesandten in der Krym zuerreichen, wenigstens aber zu verhindern, dass der Khan weder Wy-gowski, noch dem Könige zu Hülfe komme; die Tataren aber forder-derten, dass der Zar mit dem König Frieden schliesse und ihm Klein-