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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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218 I. Kriege von 16131689.

fremdliche und räthselhafte Benehmen Chmjelnizki's vollkommengelähmt, welcher die Befehle des Zaren, trotz alles Drängens, nicht be-befolgte und Nichts von Alledem that, was er mit den ihm zur Verfügungstehenden Kräften und Mitteln hätte ausführen sollen und können. ImAllgemeinen wurde auf beiden Kriegstheatern der Krieg so geführt, dasser nicht die wichtigen Resultate brachte, welche man von ihm erwartenkonnte und musste, wenn man die überlegenen Streitkräfte Russlandsund die Schwäche und Ohnmacht auf Seiten Lithauens und Polens in Be-tracht zieht, und wenn der Krieg so geführt worden wäre, wie es sichgehörte.

ILKrieg mit Schweden (16561658).

§31.Krieg im Jahre 1656.

Im Jahre 1656 hatten sich die politischen Verhältnisse im westli-chen Europa gänzlich geändert und eine für Polen günstige, für Schwe-den und Russland ungünstige Wendung genommen. JohannKasimir,die Eroberung von Lithauen durch den Zaren und von Polen durch KarlGustav sehend, wandte sich an Oesterreich um Schutz und Hülfe, undBeides wurde ihm zugesagt, nicht sowohl im Interesse Polens undLithauens, als in dem Oesterreichs. Die Waffenerfolge und den EhrgeizKarl Gustav's fürchtend, erklärte Kaiser Ferdinand III ihn füreinen Feind des Reiches, wiegelte den beständigen Nebenbuhler undFeind Schwedens, Dänemark, gegen ihn auf, versprach JohannKasimir seine Hülfe um den theuren Preis der Zusicherung des polni-schen Thrones an einen österreichischen Erzherzog, Abtretung derreichen Salzbergwerke von Wieliczka und Zahlung einer bedeutendenSumme Geldes, und bewog schliesslich auch den Kurfürsten von Bran-denburg, dass er sich von demBündniss mit Karl Gustav lossagte undseine Waffen gegen ihn kehrte, den Zaren Alexei Michailowitschaber, dass er mit Polen Frieden schloss und an Schweden Krieg erklärte.Diese arglistige Politik Oesterreichs hatte triumphirt, eine Coalition gegenSchweden geschaffen, Dänemark und Russland hineingezogen, undrettete das dem Untergange nahe Polen. Das Traurigste von Alledemwar, dass der Zar Alexei Michailowitsch sich durch die arglistigenund verschlagenen Vorstellungen des österreichischen Gesandten, desJesuitencardinais Allegretti, zu einem Friedensschluss mit Polen und