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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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216 I. Kriege von 16131689.

beauftragte den Grosswürdenträger, Fürsten Simon Posharski, undden Oberstaatssekretair Lopucbin mit Führung der vorläufigen Ver-handlungen. Aber bei diesen Verhandlungen kam es von vornherein zuMisshelligkeiten: Posharski forderte, dass man den König nicht alsGrossfürst von Lithauen titulire, welches de jure und de facto schon derZar war, und dass in Folge dessen auch Sapieha nicht als lithauischerGrosshetman bezeichnet werde. Daher blieben die Unterhandlungen mitGljadowizki, ebenso wie die mit Schweden ohne Folgen, die abermit den Gesandten Oesterreich's undDänemark's begannen schon der Po-litik der in den russisch-polnisch-schwedischen Krieg verwickelten Mächteeine besondere Richtung zu geben. Die Resultate derselben traten im folgen-den Jahre endgültig hervor, aber die Beweggründe dazu offenbarten sichschon Ende 1655, hauptsächlich inFolge der Ansprüche Karl Gustav'snicht allein auf Polen, sondern auch auf Lithauen. Hier unterwarf sichRadziwil, als Protestant und ohne Wilna gehalten zu haben, nebstmehreren ihm gleichgesinnten lithauischen Magnaten, dem Karl Gu-stav, welcher, obgleich mit Russland in Frieden, dennoch versprach,alle von den Russen besetzten lithauischen Provinzen Jenen zu-rückzugeben. Das brachte den Zaren gegen ihn auf, welcher nochim Juli 1655 auf Karl Gustav's Vorschlag, dass sie Beide zusammengegen ihren gemeinschaftlichen Feind, den König von Polen und Gross-fürsten von Lithauen, zu Felde ziehen sollten, antwortete, dass er. derZar. nachdem er Weissrussland und viele lithauische Wojewodschaftenmit Waffengewalt erobert und sich zu ihrem Herrn und Besitzer gemachthabe, den schwedischen König auffordere, diese Gebiete nicht anzurühren,wenn er mit Russland in Frieden bleiben wolle.

Später, im August 1655, wurde an Radziwil, welcher sich Gross-hetman des Königs von Schweden und Grossfürstenthums Lithauennannte, der Höfling Licharew mit der Erklärung gesendet, dass derZar durch Recht der Eroberung bereits Grossfürst von Lithauen sei, unddass Radziwil sich ihm unterwerfen solle. Dieser aber erwiderte, dasser dem Schwedenkönige Unterthan geworden sei, aus dem Gründe^, weildie Russen die lithauischen Gesandten festgehalten und den Wilnaer Bezirkverwüstet hätten, Johann Kasimir aber Polen verlassen habe. Eingleiches Resultat hatten auch die Verhandlungen Tscherkasski's mitde la Gar die, welchen Karl Gustav nach der Einnahme vonWarschau mit einem schwedischen Truppencorps nach Lithauen geschickthatte, und welcher Tscherkasski wissen Hess, dass Druja undDrissasich den Schweden ergeben hätten. Zu dem Allen kam bald nachhernoch dies, dass die Russen von den Beziehungen Karl Gustav's zuChmjelnizki und Solotarenko Wind bekamen, welche Jener aufseine Seite herüberzubringen bemüht gewesen war.