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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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5. Russische Kriege unter dem Zaren Alexei Michailowitsch (164516S5). 215

schlüpfend, an, in Sokola (zwischen Lwow und Wladimir) polnischeTruppen auf den Namen Johann Kasimir's zu werben. Indessenbegannen auch in der Kalischer Wojewodschaft, am Fusse der Karpa-then, und besonders in dem CzenstochauerKloster, heimliche und offene,gegen die Schweden gerichtete Versammlungen der unzufriedenen polni-schen Schljachta, welche sogar schwedische Corps angriff. Die in Czen-stochau Versammelten wurden am 6. (16.) November von dem schwedi-schen General Miller belagert, 38 Tage lang aber wurden alle seineSturmangriffe abgeschlagen, und am 16. (26.) Dezember hob er die Be-lagerung auf. Potozki und Lanzkoronski setzten am 19. (29.)Dezember in Tyschofzi, Wojewodschaft Belsk, eine patriotische Confö-deration zur Befreiung des Vaterlandes ein. Diese erklärte den stärk-sten Eidschwur für Karl Gustav für ungültig, den Anhängern dessel-ben den Krieg, und übertrug den beiden Hetmans die oberste Gewalt.Das war der erste Anfang zu einer für Johann Kasimir und Polengünstigen Wendung der Dinge.

Kehren wir nun zu dem zurück, was in Lithauen und besonders inWilna seit der Besitzergreifung desselben durch den Zaren, dem 29. Julineuen Styles, und dem Einzüge des Zaren am 30. Juli geschah. Es wurdeschon oben gesagt, dass in der zweiten Hälfte des November neuenStyles des Jahres, als Urussow und Barjatinski vor Brest mit demlithauischen Grosshetman Paul Sapieha kämpften, in Wilna bereitsFriedensverhandlungen mit dem lithauischen Voll-(Feld-)hetman Gon-sjewski im Gange waren, der solche zuerst Tscherkasski vorge-schlagen hatte. Der Zar, welcher seit seinem Einzüge in Wilna dort mitden Gesandten Karl Gustav's, Johann Kasimir's, des KaisersFerdinand'sIII und des dänischen Königs Friedrich's III die Verhand-lungen führte (mit den letzteren Beiden als den Vermittlern zwischen Schwe-den . Polen und Kussland), schickte den Stolnik (Hofmarschall) B o 1 s c ho w-Rtischtschef zu Gonsjewski. Rtischtschef fand aber Gonsjewskinicht mehr anwesend, da Letzterer inzwischen durch Radziwil fest-genommen worden war (Beide waren Feinde und politische Nebenbuhler,da sie beabsichtigten, von Johann Kasimir abzufallen und sich zuHerren von Lithauen zumachen, als Vasallen Karl Gustav's, wel-chem Radziwil auch schon gehuldigt hatte). Erst später fandRtischtschef in Brest den neuen lithauischen Grosshetman PaulSapieha, der an Radziwil's Stelle ernannt worden war. Es wurdezwischen ihnen abgemacht, dass bis zum Zusammentritt von Bevollmäch-tigten die Feindseligkeiten aufhören sollten, und Sapieha schickteden Gesandten Gljadowizki an den Zaren nach Wilna. Der Zar