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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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5. Russische Kriege unter dem Zaren Alexei Michailowitsch (16451685). 213

sich durch die PospolitojeRuschenje verstärken, aber diese weigerte sichunter dem Vorwande, dass nur der König sie führen dürfe, dieser aberentflohen sei! Potozki zog sich auf Lwow zurück, und dann noch 30Werst weiter gegen Westen, nach Grodek, als Chrnjelnizki undButurlin sich näherten. Diese sendeten ihm Ljässnizki mit Ka-saken und Romodanowski mit russischen Truppen nach, mit denübrigen schlössen sie selbst Lwow ein. Am 18. (28.) September nahmPotozki den Kampf bei Grodek an, hatte auch anfänglich Erfolg, ge-gen Mittag aber ergriffen seine Soldaten, welche die ihnen zu Hülfe kom-mende Pospolitoje Ruschenje für Feinde hielten, die Flucht, Hessen ihreGeschütze, ihr Lager und die Vorräthe im Stich und verloren eine MengeGefangener, darunter zwei Potozki, Verwandte des Hetman, und 12Obersten. Diese Niederlage brachte einen so allgemeinen Schreckenhervor, dass Jeder, der nur konnte, in die Karpathen und nach Ungarnflüchtete; die Bergbewohner aber und die zersprengten Sholnjery began-nen zu rauben und zu plündern. So war auch auf dieser Seite die einzigedem Johann Kasimir noch verbleibende, wenn auch schwacheHoffnung auf Hülfe zerstört, und Alles schien verloren, für ihn wie fürPolen. Der ihm dort versetzte Schlag hätte vielleicht noch entscheiden-der sein können, wenn sich nicht vor Lwow wiederum gewisse IntriguenChmjelnizki's geltend gemacht hätten. Trotz Buturlin's Drän-gen hatte dieser nicht entscheidend gegen Lwow operiren wollen, ja sogargleich nach der Niederlage vor Grodek, kaum zwei Wochen später, am13. Oktober forderte er diese Stadt zur Uebergabe auf und eröffnete dannauf ihre Weigerung das Bombardement. Unterhandlungen begannen: Bu-turlin forderte, dass dem Zaren gehuldigt werde; die Bewohner wolltendas nicht, weil Johann Kasimir noch lebe; der hinterlistige Wy-gowski wiegelte sie heimlich auf, sich nicht zu ergeben, und der recht-gläubige Bischof von Lwow, A r s e n i u s, veranlasste Chrnjelnizki,400 000 Sloty Lösegeld anzunehmen. Indessen versuchte Johann Ka-simir mit Karl Gustav Frieden zu schliessen und bemühte sich,gleich dem Letzteren, Chmj elnizki auf seine Seite zu bringen, indemer ihm verschiedene günstige Versprechungen machte. Chrnjelnizkiaber machte, anstatt entscheidender Kriegsoperationen, Winkelzüge,nährte irgend welche geheime Pläne und endete damit, dass er auf dasGerücht, der Krym-Khan ziehe den Polen zu Hülfe, sich beeilte, mitLwow fertig zu werden, und, mit nur 60 000 Sloty's Lösegeld zufrieden,am 25. Oktober (4. November) die Belagerung aufhob und in die Ukraineabzog. Zwei Tage später folgte ihm auch Buturlin, Beide marschir-ten und lagerten aber getrennt, augenscheinlich weil Misshelligkeitenzwischen Beiden herrschten. Uebrigens sann Chrnjelnizki keines-wegs auf Verratkam Zaren, er erklärte im Gegentheil sogar dem Könige.