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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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212' I. Kriege von 16131689.

10. (20.) August über Stettin, Tscharinkow, Ragosno und Kolo mit denbei Konin stehenden Wittemberg und marschirte mit ihm zusammenüber Lowitsch nach Warschau, welches am 10. (20.) August ohne Kampfbesetzt wurde. Johann Kasimir hatte schon vorher Warschau ver-lassen und sich mit einem 12 000 Mann starken, aber unbesoldeten undunzuverlässigen Heere nach Wjelborsha gewendet, die Schweden durchScharmützel vor Piontok und Inowlodzk aufhaltend. Karl Gustav aberhielt sich in Warschau nicht auf: nachdem er Oxenstjerna zum Gou-verneur ernannt und den General Steenbock nach Nowoi Dwor ge-schickt hatte, um Masowien zu unterwerfen, ging er selbst nach Eawa.Johann Kasimir, von Wjelborsha zurückgehend, wagte am 27. August(6.September) sich in ein Treffen mit Wittemberg's Avantgarde ein-zulassen, bei StraschowajaWolga unweitOpotschno, erlitt aber eineNie-derlage und eilte, den Oberbefehl an Lanzkoronski übergebend, mitden ihm treuen Senatoren nach Krakau. Hier stellten die Senatoren ihmdie Unmöglichkeit eines Widerstandes gegen die Schweden vor und be-redeten ihn, sich vorläufig nach Glogau in Schlesien unter österreichischenSchutz zu begeben, was der König auch that, unter Zurücklassung Czar-nezki's mit einer schwachen Garnison in Krakau. Lanzkoronski'sTruppen aber, statt Krakau zu Hülfe zu ziehen, »conföderirten« und be-gaben sich eigenmächtig nach Wisnitscha. Karl Gustav, welchersie nicht in seinem Rücken stehen lassen wollte, ging auf der Strassenach Bochnia vor und schlug sie am 13. (23.) September vorWoinitsche,dann aber wendete er sich nach Krakau, welches von den Schweden be-reits belagert wurde. Czarnezki hielt sich möglichst lange, bis zum7. (17.) Oktober, dann capitulirte er, weil seine Quartianen conföderirtund sich Karl Gustav unterworfen hatten, und wurde auf die Erklä-rung hin, dass er zwei Monate lang nicht dienen wolle, entlassen. Aufdiese Weise hatte Karl Gustav in drei Monaten fast ohne Schwert-streich ganz Grosspolen mit beiden Hauptstädten, Warschau und Krakau,erobert und ward zum polnischen König ernannt, während JohannKasimir in Glogau exilirt lebte.

Treu war ihm noch Potozki allein in Glinjani beiLwow geblieben.Aber Ende Juli neuen Styles brachen, auf Veranlassung des Zaren,Chmjelnizki und Buturlin aus Bjeloe Zerkow nach Kamenz auf,lagen drei Wochen erfolglos davor, gingen dann nach Lwow, währendPotemkin und Daniel Wygowski zur selben Zeit nach Volhynienund in die Ljubliner Wojewodschaft zogen. So hatten also zur selben Zeitder Zar Lithauen mit Wilna, Karl Gustav Grosspolen mit Warschauund Krakau erobert, Chmjelnizki und Buturlin, Potemkin undWygowski waren in Kleinpolen eingedrungen,für Polen und Li-thauen schien die letzte Stunde gekommen zu sein. Potozki wollte