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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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210 I. Kriege von 16131689.

liefen Sturm, wurden aber abgeschlagen, und Potozki, der erfahrenhatte, dass Chmj elnizki zum Entsätze Bogun's anrücke, Hess seinenTrain mit einem Theil der Truppen vor Uman zurück und zog mit*derHauptmacht und den Tataren selbst rasch Chmjelnizki entgegen.Am 19. Januar stiessen bei Ochmatow oder Achmatow (45 Kilometer vonUman, 80 von Bjeloe Zerkow, bei dem Zusammenfluss der Gnila BagwaundMokra, in welch letztere 4 Kilometer weiter oberhalb die SuchajaBagwa mündet) auf Chmj elnizki's Avantgarde, welche er zurück-zugehen zwang. Chmjelnizki war schon ganz nahe, er hatte ausBjeloe Zerkow über Stawischtsche "20 000 Kasaken und fünf russische Regi-menter unter Wassilj i Borissowitsch Scheremetjew mit sich ge-nommen, den grösseren Theil seiner Streitkräfte (nach polnischen Angabenan 80 000 Mann, was übertrieben) vor BjeloeZerkowzurücklassend, weil erdie falsche Nachricht erhalten hatte, dass die Polen in nur unbedeuten-der Stärke vor Uman ständen (sonderbar genug, dass er ihre und derTataren wirkliche Stärke nicht kannte). Potozki liess vor Achmatoweinen Theil seiner Truppen unter Schemberg stehen, ging mit denübrigen Chmjelnizki und Scheremetjew entgegen und überfielam Abend des 19. Januar den Tabor Chmjelnizki's an der SuchajaBagwa, durchbrach ihn und nahm 21 Geschütze. In der Nacht aber fielder aus Uman herbeigeeilte Bogun den Polen in den Rücken, durch-brach sie und vereinigte sich mit Chmjelnizki, der einen neuen Taborformirt hatte. Obgleich aber die Polen 3 000 Mann eingebüsst hatten,umzingelte dennoch Potozki den Kasakentabor und beschoss ihn ausseinen Kanonen. 2 Tage noch (20. und 21. Januar) tobte hier ein heftigerKampf, dessen beiderseitige Verluste sich (nach polnischen Angaben nachKochowski) auf 9000 Kasaken und Russen und auf 6000 Polen stell-ten, weshalb die Gegend auch den Namen Dryshipole (Schreckens-feld) erhielt und die dreitägige Schlacht die von Dryshipole genanntwurde. Chmjelnizki und Scheremetjew schlugen sich durch, zo-gen sich aber nach Bjeloe Zerkow zurück, bei heftiger Kälte, welcher aufbeiden Seiten viele Menschen zum Opfer fielen. Die Polen sagten, dass,wenn die Tataren sich nicht zerstreut hätten, um zu plündern, sondern ihnenim Kampfe zu Hülfe gekommen wären, so würden sie einen entscheiden-den Sieg erfochten haben. Sie folgten Chmjelnizki bis Shiwotow,verloren aber durch die Kälte fast noch mehr Leute als durch den Kampf.Danach verwüstete Potozki in weitem Umkreise eine Menge von Dör-fern und Ansiedelungen und zog sich mit den Trümmern seiner Truppenzum Dnjestr. Mengli-Ghirei*), welcher nach dem Kampfe sich mitihm vereinigt hatte, entzweite sich in Sawrana wieder mit ihm und zog

*) Bei andern wird er Machmet-Gira'i genannt. Anm. d. Ueb.