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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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208 I. Kriege von 16131689.

schlug sie aufs Haupt. Radziwil zog sich, den Schutz von WilnaSheromski mit einer kleinen Garnison überlassend, über die Wiliazurück und begab sich für seine Person in seine Stadt Keidana, in derShmndsker Wojewodschaft. Tscherkasski und Solotarenkogingen gegen Wilna vor, das sich, ausser Stande Gegenwehr zu leisten,ergab, Sheromski aber warf sich mit der Besatzung in die Citadelle.Der Zar erhielt die Nachricht von der Einnahme von Wilna 15 Werst vonderselben entfernt, in Krapiwna (wohin er auf dem Zuge von Smolensküber Schklow und Borissow gekommen war), und am 25. Juli fand seinfeierlicher Einzug in die Hauptstadt von Lithauen statt, am 31. Julierstürmte, auf seinen Befehl, Solotarenko die Citadelle, wobei auchdie Stadt in Brand geschossen wurde und viele Menschen umkamen.

Die Wegnahme Wilna's und der Einzug des Zaren in diese Stadthatte Lithauen schon in seine Gewalt gebracht; nichts desto weniger setz-ten die russischen Wojewoden ihre Operationen nach verschiedenen Seitenfort. Am 8. August wurde die Stadt Kowno genommen, einige Tagespäter auch Grodno. Andrerseits war im Süden Fürst Dimitri Wol-konski Anfang September zu Schiffe aus Kiew den Dnjepr hinabgefahren, traf am 15. in Turow ein, dessen Einwohner dem Zaren hul-digten , und ging von Turow zu Lande zur Stadt Dawydow. 1 Werstdavon stiess er auf lithauische Truppen, warf sie in die Stadt zurück und(am 16. September) aus der Stadt hinaus, dann fuhr er, zu den Schif-fen zurückgekehrt, den Goryn hinab in den Pripet, diesen hinauf biszur Wjatliza, und nun wieder zu Lande bis zur Stadt Stolin. Am 20.Sep-tember hier eintreffend, warf er ein ihm aus der Stadt entgegenrückendeslithauisches Corps, bemächtigte sich der Stadt und brannte sie nieder. Vonda wandte er sich zum Pripet und erreichte zu Schiffe auf diesem FlussundderPina am 25. September die Stadt Pinsk. Hier verhinderten lithaui-sche Truppen ihn an der Landung, er aber debarkirte weiter unterhalb,drang nach heftigem Kampfe in Pinsk ein und warf die lithauischenTruppen aus der Stadt. Nachdem er hier seinen Kriegern zwei TageRuhe gegeben, brannte er am 28. September die Stadt nebst Vorstädtennieder, fuhr den Pripet hinab, zersprengte in dem Dorfe Stachow einlithauisches Corps, zwang die Städte Kashan und Latwa zu huldigen,und kehrte abermals auf dem Dnjepr nach Kiew zurück, wohin er seingesammtes Heer, ohne andern Verlust als 3 Verwundete, zurückbrachte.Auf diese Weise hatte er in einem Monat theils zu Lande, grösstenteilszu Schiffe auf den Flüssen Dnjepr, Pripet und deren Zuflüssen einenglücklichen und erfolgreichen Feldzug, ohne Verlust, nach Lithauen aus-geführt; dieser Zug aber war mehr ein Einfall, weil Wolkonski nurdie ihm entgegentretenden lithauischen Abtheilungen geschlagen, die amWege gelegenen Städte besetzt oder weggenommen und sie entweder