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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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192 I. Kriege von 10131689.

den Seiten, ausgenommen die Einfälle der Tataren in das podolische undvolhynische Gebiet. Der Khan, welcher die Hoffnung aufgegeben hatte,sich Ssotschawa's und der darin befindlichen Schätze des moldauischenHospodares zu bemächtigen, beeilte sich nicht mit dem Angriff der Polen,und Chmjelnizki trieb ihn nicht dazu an, da er daraufrechnete, dassdie polnischen Truppen in dieser späten Jahreszeit nicht Stand haltenund ihr Lager bei Shwanez verlassen würden. In der That fordertendie Lanowye zuerst, nach dreimonatlichem Dienste entlassen zu werden,begannen eigenmächtig sich zu entfernen und raubten unterwegs Allesaus, oder fielen auch in die Hände der Tataren. Ihrem Beispiele folgtendie Quartianen, welche keinen Sold bekamen und ihn lebhaft forderten.Im polnischen Lager brach ein Mangel an Lebensmitteln aus; die Trans-sylvanier und Walachen gingen nach Hause; von einem gefangenen Ta-taren erfuhren sie, dass der Khan und Chmjelnizki das polnischeHeer bei Shwanez von Polen abschneiden und es an den Dnjestr drän-gen wollten , und das tatarische Corps sich schon in den Besitz von ganzPodolien gesetzt hätte. Im polnischen Heer verbreitete sich Schrecken,die Sholnjery und die vornehmen Polen begannen sich zu entfernen. Alssie aber nun hörten, dass der Khan Kamenez umgehend den Dnjestr ober-halb Shwanez überschritten und Chmjelnizki den Weg nach derUkraine abgeschnitten habe, dawusste in dem Kriegsrathe im polnischenLager der Kronsmarschall Lj u b o m i r s k i kein anderes Mittel der Ret-tung vorzuschlagen, als mit dem Khan Verhandlungen anzuknüpfen undihn von Chmjelnizki loszureissen, wie bei Sborow. Der Königaber verwarf dies, und Ljubomirski, hierdurch beleidigt, erregte einenStreit zwischen dem König und den Senatoren. Die Lage war verzweifelt:von 150000 Mann Fusstruppen waren nur noch 4000 Mann übrig, dieübrigen waren gestorben oder davon gegangen. Am 18. (28.) Novembergab es einen Alarm, ein Theil der Sholnjery floh, die andern plündertendie polnischen Trainfahrzeuge, so dass der Hetman auf sie Feuer gebenliess. Plötzlich aber änderte sich die ganze Situation: der Khan, dessenPolitik immer darin bestand, keiner Seite zum Uebergewicht zu verhel-fen, hatte erfahren, dass Chmjelnizki mit seinen Beziehungen zumrussischen Zaren schon ziemlich weit vorwärts gekommen war, und dass,wenn er Sieger sei, es den Tataren schlecht ergehen werde; dazu kam,dass Chmjelnizki dem Khan nicht die versprochenen Gelder zahlteund dass die Tataren nach Hause verlangten. In Folge von alle dembegannen am 16. (26.) November, von den Polen ausgehend, Unterhand-lungen mit dem Khan. Das hinderte jedoch nicht die Fortsetzung derKriegsaction : Der König entsendete Klodsinski mit 2000 Mann, umdie Tataren vor das Feuer des polnischen Lagers zu locken, und Klod-sinski war bereits 10 Werst weit gegangen, als plötzlich, von Chmjel-