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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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4. Kriege der kleinrussischen und SaporogerK.isaken. 191

germutter des Letzteren (der Mutter seiner Frau), welche Jassy verlas-sen und sich im Schloss von Ssotschawa mit 12 000 Mann moldauischerTruppen eingeschlossen hatte, Hülfe zu bringen. Timotheus gelangtenach Ssotschawa hinein, wurde aber von transsylvauischen, walachi-schen und polnischen Truppen daselbst belagert, wehrte sich langemit Ausdauer und Tapferkeit, bis er an einer erhaltenen Wunde starb.Nach seinem Tode übernahm der Starschine Fedorenko den Ober-befehl über die Kasaken und Tataren; derselbe musste aber, da ervon Chmjelnizki keine Unterstützung erhielt, sich am 29. Septem-ber (9. Oktober) ergeben. So wurde S-tephan abermals Hospodar derMoldau.

Als der König die Nachricht vom Tode Timotheus Chmjel-nizki's empfing, fasste er endlich den Entschluss, nach der Ukraine zugehen, ohne das Ende der Belagerung von Ssotschawa abzuwarten. VorBar stiess jedoch seine Avantgarde auf ein tatarisches Plünderungscorps,und es verbreitete sich im polnischen Heere das Gerücht, dass Chmjel-nizki und der Khan mit ungeheuren Kräften dem Könige entgegenrück-ten. Dieses Gerücht war falsch, verursachte aber grosse Unruhe im pol-nischen Heere, der König trat den Rückmarsch an und machte am 19.(29.) September vor Shwanez am linken Dnjeprufer, gegenüber der tür-kischen Festung Chotin, Halt. Hier stiessen am 6. (16.) Oktober 10000Mann transsylvanisehe und wallachische Truppen zu ihm, welche Sso-tschawa belagert hatten.

Zu dieser Zeit war in Moskau nunendlich auch die Frage entschieden,dass Kleinrussland unter den Schutz des Zaren Alexei Michailo-witsch treten solle, und am 13. (23.) August schon schickte Chmjel-nizki aus Perejaslawl durch ganz Kleinrussland ein Universal, woriner alle Bewohner aufforderte, gegen die Polen zu den Waffen zu greifen.Indessen sagte er sich noch nicht von dem Bündniss mit dem Krym-Kbanlos, der ihm noch nöthig war. Als er aber erfuhr, dass sein Sohn Ti-motheus in Ssotschawa schwer verwundet sei; da brach er selbst mit60 000 Mann aus Tschigirin nach der Moldau auf, nachdem er Solo-tarenko mit drei Regimentern (demNjäshinskischen, Perejaslawscheuund Tschernigowschen), zum Schutze Kleinrusslands gegen Lithauen hinzurückgelassen und Podob ail mit einem Kasakencorps nach Bjelaja Russzur Aufwiegelung der Bauern entsendet hatte. Auf dem Wege zur Mol-dau stiess er auf die Kasaken, welche den Leichnam seines gestorbenenSohnes Timotheus aus Ssotschawa führten, trug ihnen auf, denselbennach Tschigirin zur Beerdigung zu bringen, und zog für seine Person wei-ter zur Vereinigung mit dem Khan, welcher in Schargorod in Podolienzwischen Brazlaw und Mogilew am Dnjestr stand. Indessen vergingender Oktober und November ohne irgend welche Kriegsoperationen von bei-