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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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4. Kriege der kleinrussischen und Saporoger Kasaken. 193

nizki geführt, die Nogaien ihn anfielen, zurückwarfen und bis zumLager verfolgten, wobei Klodsinski grossen Verlust erlitt und selbstverwundet wurde. Am 3. (13.) Dezember begannen vor Kamenez dieUnterhandlungen mit dem Khan, am 5. (15.) wurde der Vertrag unter-zeichnet, am 6. (16.) führte der König, unter Zurücklassung aller Bagageund Geräthe in Shwanez, wegenMangels an Pferden zu deren Fortschaf-fung, das durch Kälte, Hunger, Krankheiten, Sterblichkeit und Deser-tion auf die Hälfte zusammengeschmolzene polnische Heer nach Ljublin,von wo er es in die Winterquartiere entliess, während er selbst am 25. De-zember 1653 (6. Januar 1654) nach Warschau abreiste.

Chmjelnizki, vom Khan nicht zu den Unterhandlungen heran-gezogen, beunruhigte sich darüber nicht, da er wohl wusste, dass beideSeiten den Vertrag nicht halten würden. Dem Wunsche des Khan ent-sprechend, liess er einen Theil derKasaken bei demselben, mit den übri-gen ging er nach Tschigirin, wo ihn schon Abgesandte des Zaren erwar-teten, um von ihm den Eid entgegen zu nehmen.

Der Khan, welcher mit den Polen zugleich aus Gussjatin an derSbrutscha (nördlich von Kamenez) herauskam und sich an den Grenzenvon Podolien und der Ukraine aufstellte, führte hier und nach Volhynienund Poljessie Verheerungszüge aus, schleppte 5000 (n. A. sogar 30 000)zur Schljacuta Gehöriger in Gefangenschaft und raubte ungeheuere Beute.Nur ein grosses Raubcorps (Sagon), welches mit Gefangenen und Beuteaus dem südlichen LithauenanKiew vorüberzog, wurde von den Kasakenzersprengt, welche die Gefangenen befreiten und das geraubte Gut denTataren abjagten.

So waren die Resultate des Feldzuges 1653 entschieden zum Nach-theil von Polen, und dieses erwies sich durchaus nicht stark genug zumKampfe, weder mit den Kasaken, noch mit den Tataren.

Das unglückliche, aber muthige Kleinrussland hatte nach 6jäh-rigem erbittertem Kampfe gegen Polen sich endlich, im Januar 1654,vollkommen von diesem losgerissen und mit Russland vereinigt, ineiner Stärke von 17 Regimentern auf beiden Seiten des Dnjepr.

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. I. Supplem. 13