190 I. Kriege von 1613—1689.
(östlich von Lwow) zurück, wo ein polnisches Kronsbeer zusammenge-zogen wurde.
Im Mai empfing der König in Warschau Gesandte von Rakozi,versprach, ihm die erbetene Hülfe zu leisten, und ging im Juni nachLwow. Rakozi und der Hospodar der Walachei, Radul, hattenden Lupul verjagt und auf den Moldauer Hospodarenstuhl den Logo-pheten Stephan gesetzt, Lupul aber war in die Ukraine geflohen undsuchte Hülfe bei Chmj elnizki. Timotheus, des Letzteren Sohn,zog mit Bogun und 12 000 Mann verschiedenartiger Truppen in dieMoldau und zersprengte die Trümmer von Rakozi's Fussvolk.Stephan floh, Lupul war wieder Hospodar. Timotheus ging indie Walachei gegen Radul, wurde aber von diesem mit Hülfe von Ra-kozi ' s Truppen am Flusse Jalomiza besiegt, und zog sich zur Ukrainezurück, Lupul nach Galatz, und Stephan kehrte wieder nach Jassyzurück.
Chmj elnizki, über den Misserfolg seines Sohnes bekümmert,brach, da er erfahren hatte, dass in Glinjani polnische Sholnjery, weilsie keinen Sold erhielten , in Aufruhr seien und auseinander liefen, mit9 Regimentern Kasaken in. der Stärke von 30 000 Mann und einigen1000 Tataren, direkt gegen Sbarash auf. Vor Petschoram am südlichenBug, bei Brazlaw, traf ein Gesandter des Hetman Radziwil bei ihmein, welcher ihm rieth, sich dem Könige zu unterwerfen, Chmj el-nizki aber gab eine ausweichende Antwort. Vor Tarnopol eintreffend,hörte er, dass in Glinjani sich die Lage gebessert habe und neue Trup-pen dahin gingen. In Folge dessen weigerten die Tataren den Weiter-marsch, und Chmj elnizki schickte den Obersten Shdanowitschzum Könige mit dem Vorschlage eines Friedens auf Grundlage derSborower Bedingungen, zog sich aber selbst nach Moksatschin undTschernoi Ostrow zurück (nordwestlich von Proskurow in Podolien).
Am 15. (25.) August ging der König von Lwow nach Glinjani, undhielt über eine Truppenmacht von 30 000 Mann eine Besichtigung ab, —die Lanowye ungerechnet, welche sich langsam ansammelten. Shda-nowitsch wurde festgehalten und ihm erklärt, dass von Unterhand-lungen keine Rede sein könne, bevor Chmj elnizki nicht ausgeliefertsei. Nach Entsendung von Machowski mit 4000 Mann zur Hülfe fürdie Transsylvanier und die Walachen, welche Ssotschawa (in der südli-chen Bukowina, an der Grenze der Moldau) belagerten, marschirte derKönig zwischen Halitsch und Butschatsch nach Kamenz, wo er biszum 20. (30.) September verblieb, Nachrichten von Ssotschawa her ab-wartend.
Hierhin schickte Chmj elnizki noch zu Anfang August seinenSohn Timotheus mit 12 000 Kasaken und Tataren, um der Schwie-