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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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188 I. Kriege von 16131689.

lerie, Prshiemski, ein Sohn Kalinowski's und viele vornehmePolen wuren getödtet, etwa 100 Mann retteten sich. Als Beute gewan-nen die Kasaken 57 grosse und kleine Geschütze, den ganzen Train undeine Menge Gefangener. Es war, mit einem Worte, eine gänzliche undvollkommene Niederlage der Polen.

Chmjelnizki rückte nach Kamenz und schloss es am 5. (15.)Juni ein; als er aber erfuhr, dass das polnische und lithauische Heer sichauf dem linken Dnjeprufer vereinigt hätten, zog er am 14. (24.) Juninach Tschigirin ab. Ein andrer Sohn Kalinowski's aber eilte mitdem polnischen Heere auf das rechte Dnjeprufer nach Volhynien, daslithauische Heer aus der Ssjäverskischen Provinz nach Lithauen. Nunfolgte Chmjelnizki seinem Sohne Timotheus, welchen er miteinem starken Kasakencorps in die Moldau zur Hochzeit gesandt hatte,und schloss Kamenz von Neuem ein, musste jedoch abermals abziehen,weil eine böse Seuche im Heere ausbrach und die Tataren entlassen seinwollten, um rauben zu können. Sein Sohn Timotheus hatte sichEnde August mit L u p u 1' s Tochter vermählt und kehrte mit ihr imSeptember zur Ukraine zurück.

Die Niederlage von Batog brachte Schrecken über Polen, es kamhinzu, dass die ukrainischen Bauern gegen ihre polnischen Gutsherrenaufstanden und sie niederzumetzeln begannen. Unter diesen Umstän-den und bei der Gespanntheit der Beziehungen zu Schweden und Russ-land wurde der Reichstag gefügiger und beschäftigte sich mit den Ange-legenheiten der Landesvertbeidigung. An Stelle der Pospolito Buscheniewurde beschlossen, einen Geldbeitrag zu erheben und in jeder Wojewod-schaft eine gewisse Anzahl Bauern mit Lehnsbesitz für ein Gehalt vonder Wojewodschaft aufzustellen, wodurch man circa 50 000 Mann einesneuen Leims- (Lanowy-) Heeres (d. h. vollkommen unausgebildeteBauernaufgebote) zu erlangen hoffte. Zugleich wurde beschlossen,Kamenez, Lwow, Halitsch, Smolensk, Polozk und Dünaburg zu befesti-gen. Viele meinten wohl, das neu ausgehobene Heer auf den Märschenund in den Quartieren bei sich zu Hause discipliniren zu können, aberohne Erfolg, weil die Schljachta kein Opfer bringen wollte für die dau-ernde Sicherstellung des Heeres mit Sold und Unterhalt. Es erschienenKasakendeputationen von Chmjelnizki mit einem Rechtfertigungs-schreiben bezüglich der Niederlage von Batog. Darauf wurden zwei Com-missare mit Friedensvorschlägen zu ihm entsendet, er aber antwortete,dass ein Frieden nur auf die Bedingungen des Vertrages von Sborowmöglich sei. Der Zwist musste also mit den Waffen ausgefochten wer-den. Der König befahl daher dem Vollhetman Stanislaus Potozki(Sohn des Gestorbenen), nach Kowjel zu gehen und dort das Eintreffender Lanowy (Neuausgehobenen) abzuwarten. Wegen der Truppenanhäu-