4. Kriege der kleinrussischen und SaporogerKasaken. 187
und gründeten viele Dörfer vonPutiwl bis zum Flusse TichaSosna, wo-durch sie den Anfang zu den Ukrainischen Dorfansiedelungengaben, aus welchen 5 Regimenter gestellt wurden : von Ostrogosch, vonAchtyr, Charkow, Ssum und von Isium, — mit einigen Städten undFlecken; — und diese Gegend erhielt den Namen »SlobodskajaUkraina« (Dorf-Ukraine).
Die Erneuerung des Streites zwischen Chmjelnizki und demMoldauer Hospodaren Wassilij Lupul (s. oben) führte zu wichtigenFolgen. Lupul wandte sich anKalinowski, und sogar an den Königum Hülfe, Chmjelnizki aber befahl den Kasaken, sich zu einemFeldzuge in die Moldau, aber expedit, ohne Fahrzeuge, zu rüsten, undmachte dem mit 20 000 Tataren an der Grenze stehenden Karat sehMursa den Vorschlag gleichzeitigen Vorgehens gegen Lupul. Kali-nowski stand mit 20 000 Mann Polen in einem Lager am Ufer dessüdlichen Bug unweit Ladyshin (südwestlich Gaisin) bei dem Berge Batogoder Batow an der Strasse nach der Moldau. Chmjelnizki HessKalinowski wissen, dass sein (Chmjelnizki's) Sohn Timo-theus mit einigen 1000 Kasaken zur Moldau zöge, um Lupul's Toch-ter zu heirathen, und bat Kalinowski, sich zurückzuziehen. Kali-nowski hörte jedoch nicht darauf und schickte sich zum Angriff an.Nun nahm Chmjelnizki 4 Regimenter Kasaken und 5000 Tatarenmit sich, brach aus Tschigirin nach Ladyshin auf, und Karat seh -Mursa befahl er, mit 14000 Tataren unterhalb Batog durch den Bug zuschwimmen, und die Polen zur verabredeten Zeit anzufallen. Timo-theus Chmjelnizki ritt mit einem Theil der Kasaken voraus undsetzte unterhalb Ladyshin über den Bug am 20. Mai (1. Juni). Als dieAvantgarde des Hetman erschien, grösstenteils aus Tataren bestehend,empfingen die Polen sie mit Geschütz- und Gewehrfeuer. Die Tatarenkehrten schleunigst um, die polnische Reiterei hinterher; da erhob sichplötzlich ein Geschrei, die Kasaken griffen das polnische Lager an, undnun wendete sich die polnische Reiterei zurück und jagte entsetzt ihremLager zu. Indessen war die Nacht hereingebrochen, mit Tagesanbruchaber wendeten die Polen in Unruhe sich zur Flucht. Kalinowski,um sie zum Stehen zu bringen, liess hinter ihnen dreinsebiessen, da bra-chen aber hinter einem Hügel hervor die Kasaken auf die Fliehendenein, sodass ein grosser Theil der Letzteren im Bug ertrank oder in Ge-fangenschaft gerieth ; Kalinowski selbst fiel. 8 Regimenter polnischerInfanterie unter Befehl von Marcus Sobieski (Bruder Johann's)setzten sich tapfer und standhaft zur Wehre, bald aber attakirteKaratsch-Mursa sie im Rücken, und, von allen Seiten eingeschlos-sen, kamen sie in Unordnung und Verwirrung und waren gezwungen, dieWaffen zu strecken. MarcusSobieski, der Befehlshaber der Artil-