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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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184 I- Kriege von 16131689.

Magistrat dem Hetnian entgegen und bat ihn, die Stadt und ihre Ein-wohner zu schonen. Radziwil versprach es, nachdem er aber am8. August neuen Styles in Kiew eingezogen war, besetzte er es mit sei-nen Truppen, entwaffnete die Bewohner, liess viele derselben hinrich-ten, und am 16. und 17. August wüthete in Kiew eine Feuersbrunst,welche an 2000 Häuser und viele Kirchen zerstörte. Die polnischenGeschichtsschreiber behaupten, dieser Brand sei aus unbekannter Ursacheentstanden; die kleinrussischen Chronisten schreiben die Entstehung aberden Polen zu.

Indessen war Potozki behufs leichterer Verpflegung der Truppenauf mehreren Strassen nach Ljubar (zwischen Shitomir und Starokon-stantinow) und Pawolotsch (nordwestlich von Skwira) gerückt, wo er am13. August einzog und 10 Tage blieb, als er von der Erkrankung unddem Tode Wischnjewezki's hörte, des schlimmsten FeindesChmjelnizki's, der durch seine Grausamkeit bekannt war. Am26. August zog Potozki aus Pawolotsch nach Triljässi, nahm diesenOrt mit Sturm und liess die Bewohner, welche sich heldenmüthig gewehrthatten, niedermetzeln.

Zur selben Zeit stand bei dem Orte Chwastow der Fürst Tschet-wertinski mit einer grossen Anzahl polnischer Truppen höchst sorg-los. Chmjelnizki hatte sich ihm heimlich mit 50000 Kasaken ge-nähert, in der Nacht zum 27. August legte er in die mit Gräben umge-benen Gärten von Chwastow das Kasakenfussvolk, mit Tagesanbruchdes 27. August griff er plötzlich von allen Seiten die sorglosen, eines sol-chen Ueberfalles gar nicht gewärtigenden Polen heftig an und schlug sieaufs Haupt, ohne uennenswerthen Verlust seinerseits. Tschetwer-tinski und seine Umgebung vermochten kaum sich durch die Flucht zuretten; die polnische Reiterei wurde in Verwirrung gebracht, geworfenund floh hinter Tschetwertinski her; die kurländischen Hülfstrup-pen warfen sich nach Chwastow, baten um Gnade, wurden entwaffnetund entlassen , nachdem sie ihr Ehrenwort gegeben, niemals wieder ge-gen die Kasaken zu dienen. Ein Theil der durch die Polen bei Beres-tetschko gewonnenen Beute wurde durch die Wegnahme aller Geschütze,Wagen und Vorräthc T s c h e t w e r t i n s k i 's wieder eingebracht; dieZahl der gefallenen Polen erreichte (nach kleinrussischen Chroniken) dieHöhe von 13 972 Mann.

Während dessen hatte Radziwil bald nach dem Brande vom16. und 17. August in Kiew diese Stadt auf dem rechten Dnjepr-Uferin der Richtung auf Wassilkow verlassen, um sich mit Potozki zu ver-einigen. Chmjelnizki, welcher dies auf alle Fälle zu hindern undsich im Rücken von Radziwil Kiew's zu bemächtigen wünschte, beun-ruhigte sowohl diesen wie Potozki durch fortwährende Angriffe von