4. Kriege der kleinrussischen und Saporoger Kasaken. 183
Nach der Erzählung der polnischen Historiker, welche von den klein-russischen bestätigt wird, fiel den Siegern ungeheure Beute in die Hände ;18 grosse, 22 kleinere Geschütze, eine Menge Fahnen, Flinten, Pulver,Kriegs- und Proviantvorräthe, alle von Chmj elnizki _im Feldzugegewonnenen Kostbarkeiten und Ehrenzeichen, 30 000 Reichsthaler u.s.w.Von den Kasaken waren bis zu 70000 Mann auf dem Schlachtfelde, imTabor, in den Sümpfen und Wäldern umgekommen. Kalinowski,Wischnjewezki und Konjezpolski verfolgten mit 7 Regimen-tern die aus dem Tabor durch den Sumpf in den Wald fliehenden Kasa-ken und hieben sie alle, die vor Hunger und Ermüdung nicht fort konn-ten, nieder. Ausserdem schlugen sie noch ein 3000 Mann starkes Kasaken-corps in den Pässen bei Dubno (s. unten).
Mit einem Worte — die Niederlage der Kasaken in der Schlacht beiBerestetschko war eine absolute und vollkommene, lediglich in Folgeder Flucht des Krym-Khans, welche sich als ehrlose Verrätherei, eineFolge heimlicher Ränke des Khans und der Polen gegen Chmjelnizkierwies.
Der König hatte mit seinem ganzen Heere nach Kiew gehen wollen;die Schljachta des Pospolito Ruschenje forderte ihre Entlassung in dieHeimath, der König aber verlangte, dass sie wenigstens noch 5000 Mannzur Verstärkung der Quartianen geben sollten. Sie willigten ein, unterder Bedingung, dass für diese 5000 Mann der Sold für 3 Monate voraus-bezahlt werde. Zu ihnen gesellten sich noch einige Ortsmagnaten mitihren Bannern, so dass im Ganzen an 40 000 Mann blieben. Nach Ent-sendung Wischnjewezki's gegen Dubno zur Verfolgung der Kasa-ken (s. oben), brach der König gegen Krementz auf, unterwegs aberübertrug er den Hetmans die Fortsetzung des Krieges, er selbst ging mitdem deutschen Fussvolk nach Warschau, so dass bei den Hetmans nuretwa 20 000 Quartianen und einige Banner der Magnaten verblieben.Bevor wir aber die Operationen der Hetmans schildern, ist es nothwen-dig, dessen Erwähnung zu thun, was im Süden Lithauens vorging.
Hier hatte, nach Angabe der polnischen Historiker, Radziwil Erfolgnach Erfolg über die Corps der Kasaken errungen. Am 5. Juni neuenStyls hatte er bei Lojew an den Flüssen Dnjepr und Ssosha die 12 000Mann starke Kasakenabtheilung des Obersten Nebaba geschlagen, wo-bei 3000 Kasaken (Nebaba selbst und noch drei andere Obersten dar-unter) gefallen waren, und 12 Fahnen erobert. Podobailo wurdein Tschernigow belagert. Adamowitsch- und Gorkuscha gegenKiew abgedrängt, die Orte Ljubetsch und Tschernobyl ergaben sich demAnführer der lithauischen Artillerie Gonssjewski. Als Radziwilsich von der linken Seite des Dnjepr her Kiew näherte, kam derKiewer Metropolit Sylvester Kossow mit der Geistlichkeit und dem