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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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4. Kriege der kleim'ussischen und Saporoger Kasaken. 175

gegen Chmjelnizki gesellten sich auch dessen Verbindungen mit derrussischen Regierung. Um sie zu zerreissen, wurde im Oktober einpolnischer Gesandter, Prashmowski, nach Moskau geschickt,welcher vor Chmjelnizki warnen sollte, als hätte dieser die Absicht,mit den Kasaken und Tataren in die russischen Grenzen einzufallen.Die Bojaren in Moskau aber, welche von Chmjelnizki des Gegen-theils versichert waren, antworteten Prashmowski, dass, wenn dieKasaken, Unterthanen des Königs, die russischen Grenzen angriffen,dies als Bruch des Friedens zwischen Polen und Russland gelten müsse;der Einfall der Tataren sei nicht furchtbar und ein Heer gegen diesebereit.

Die gegenseitige Unzufriedenheit zwischen Polen und der Ukrainesteigerte sich mit jedem Tage. Die maassvollen Vorschläge Chmjel-nizki's wurden vom Reichstage verworfen, welcher die PospolitojeRuschenje aufrief, die Absicht aussprach, »die Räuber, welche ihrenHeeren sich widersetzten«, exemplarisch zu züchtigen, und die Kriegs-operationen schon vor Frühjahr 1651 zu beginnen beschloss, damit dieKasaken sich nicht hinter Flüsse und Sümpfe retten könnten, die Tatarennicht Grünfutter für die Pferde hätten, und die Türken, an Wintercam-pagnen nicht gewöhnt, Chmjelnizki ihre Hülfe versagen sollten.Hiermit zugleich wurden für die Erfordernisse des Krieges neue Steuernauferlegt und zum Schutze der Grenzen Truppen entsendet unter Füh-rung des im Kriegswesen erfahrenen und geschickten VollhetmansKalinowski.

Chmjelnizki seinerseits setzte viele Städte in Vertheidigungs-stand, vermehrte die Zahl der Regimenter auf 18, mit einer Kopfzahlvon 37 600 einregistrirten Kasaken, formirte ein besonderes Corps von4550 Mann unter Befehl des Generalvicewagenmeister (Obosny)Friedegail, eines Fremden, 15 Regimenter Ochotschekomonnye mit11 500 Mann und 12 000 Saporoger, im Ganzen 68 697 Mann, wovon20 000 Mann regulär organisirter und geschulter Infanterie, welche imFalle der Noth sich noch durch abgesessene Kasaken verstärken konnte.Ausserdem bat Chmjelnizki den Khan um Hülfe, trat mit dem Zar,mit dem Sultan, und mit dem Fürsten R a k o z i von Transsylvanien inCorrespondenz und nahm, als ihm der Hospodar Matth aei der Walacheiseine Dienste, der Sultan seine Hülfe angeboten hatte., keins von beidenan, indem er erklärte, »dass die Kasaken sich den Polen gegenüber alleinbehaupten könnten«. Von Russland, Moldau und Walachei keine Hülfeerhoffend, vom Sultan sie sogar fürchtend, suchte er ausser dem Bündnissmit dem Khan noch das Rakozi's, welcher seine Augen auf Polen ge-worfen hatte, als Entschädigung für das ihm entrissene Ungarn. Rakoziwilligte ein und verpflichtete sich auch durch Vertrag, die Kriegsopera-